Don’t Mess With Texas
»South By South West«
Text: Autor unbekannt
Jedes Jahr Mitte März findet in Austin/Tx die texanische Popkomm, die South by South West (SXSW), statt. Das Musiker-Dorado am Colorado stimmt die Gitarren, stellt die Verstärker auf die Bühnen (von denen es unzählige gibt) und lädt Musiker aus der ganzen Welt ein - dieses Jahr u. a. ATARI TEENAGE RIOT (das große neue Ding in den USA), ARNO (Belgier und in grauer Vorzeit mal Sänger von T.C.MATIC - nicht das große neue Ding in den USA) oder FLUFFY (sehen live auch ziemlich klasse aus) - sowie jede Menge amerikanischer Acts, die irgendwann mal big sein wollen oder es mal waren, diesmal u. a. IMPOTENT SEA SNAKES (von denen gibt es nachher noch mehr), SUPERSUCKERS (auch hierauf wird noch ausführlich eingegangen), CHOKEBORE (von denen man ja seit langem sagt, daß sie bald big seien) und 20/20 (reanimierte Austin-Legende, von der man [Hallo Dirk] heute behauptet, sie wäre schrecklich wichtig gewesen).
Um sich die Zeit zwischen den Nächten zu vertreiben, wurden die Shopping Malls und Westernstores der näheren Umgebung geplündert - und die Kreditkarten strapaziert -, so daß man einen weiteren Höhepunkt dieser Veranstaltung, die SUPERSUCKERS, stilgerecht mit Boots und Cowboy-Hut gekleidet adäquat genießen konnte. Die Cowboys mit den drei Akkorden waren gekommen, um die Welt zu verändern, doch Regen machte die Open-air-Veranstaltung zu einer Angelegenheit für harte Jungs und verliebte Mädchen. Der Vierer aus Seattle hatte an diesem Abend seine Feuertaufe, erstmalig wurde der akustische Country-Set aufgeführt - und frenetisch gefeiert. Die Sauger, soviel war schon nach den ersten Minuten klar, werden schon viel zu lange als Geheimtip gehandelt. Würden sich die Herren um Eddie Spaghetti endlich entscheiden - die Rockwelt würde die Türen zur großen Bühne des internationalen Erfolgs weit aufhalten.
Die letzten Klänge der SUPERSUCKERS gingen einher mit den ersten Anflügen von Abschiedsstimmung. Am nächsten Morgen schien die Sonne, und der Weg zum Flughafen war ein schwerer. Was bleibt, ist die Gewißheit, daß Austin auch bei Regen rockt, daß Shiner Bock zu den besten aller Biere zählt und daß SXSW auch 1998 wieder die schönste aller Musikmessen sein wird.
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