BEWERTEN
 

De La Soul & Cora E.

»It’s so easy?!«

[07.02.1997 - Bremen, Modernes]

Text: Autor unbekannt

Hell yeah, HipHop läuft gut, und auch ohne vorderste Chartplazierung haben DE LA die Hütte gut gefüllt, und das für stolze DM 36,- an der Abendkasse. Einleitend ein paar Worte zum wirklich bunten Treiben: vor uns eine Gruppe dufter, in legeres Weiß gekleideter und mit fancy Tom Cruise-Haarschnitt ausgestatteter Typen, deren Hüften wie Bierbecher über die volle Distanz in kreisender südamerikanischer Art und Weise auf eine äußerst ausgefeilte Party-Partizipationstechnik schließen ließen, die so filigran nur bei Großveranstaltungen rund ums schwarzweiße Leder zu erlernen ist. Hinter uns eine rundliche Mittdreißigerin Marke P. WERNER, die zwischen einigen Lambada-Einlagen mit ihrer neuen Bekanntschaft lautstark über den Handy-Hype philosophierte.

Ebenfalls vor Ort die heimische Prominenz sowie die obligatorische HipHop-Gemeinde plus schickerer R&B-Klientel, die zuweilen etwas zurückhaltend, doch stets herzlich den Abend mit den dreien aus dem grünen Teil New Yorks gebührend zu feiern verstanden. Denn DE LA sind und bleiben die sympathischste Erscheinung, die HipHop bislang hervorgebracht hat.
Ein glückliches Händchen bewies das Tourmanagement bereits mit seiner Wahl des Vorabacts: CORA E und ihre Crew ließen den Abend mit einigen Stücken ihrer neuen Platte gut angehen. Mal abgesehen davon, daß DJ Esther mit der P.A. so ihre liebe Müh und Not hatte, doch nicht nur sie allein, denn auch bei DE LA SOUL kam zwischen Bass, Hithat und Snare herzlich wenig aus den Boxen. Dafür wurde aber eine Game-Show-adäquate Dia-Werkschau geboten, mit deren Hilfe die zeitliche Einordnung der gespielten Songs (aller vier Alben) auch visuell per Leinwand verfolgt werden konnte. Zwischen lustigen Showeinlagen wie der HipHop-“back into century“-Soundreise mit Beats von SLICK RICK, P.E. bis hin zu JAY-Z und weniger humorigen Aktionen wie einer Publikums-Wunschkonzert-Befragung („If you like it say hell yeah, if you don’t like it say hell no“) vor allem entlang der Hits „Say No Go“, „Saturday“, „Ego Trippin’“ und der aktuellen Single „It’s So Weeze“ wurde in seliger Eintracht abgeschwooft.
Im Vergleich wäre sicherlich das Konzert des ehemaligen DE LA SOUL-Weggefährten PRINCE PAUL interessant gewesen, doch dazu mehr in der nächsten Ausgabe.



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aus Intro #42 (März 1997)
 
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