BEWERTEN
 

Stereo Total

»Monokini«

[Bungalow / EFA / VÖ: 24.02.2003 ]

Text: Autor unbekannt

Herzallerliebst waren ihre LOLITAS. Gemeinsam mit der hübschen Bassistin Olga hat Françoise Cactus der Welt gezeigt, wie Rock’n’Roll auf französisch geht. Als die frivol-infantile Beatband sich trennte, ging damit auch der Berliner Indie-Rock den sprichwörtlichen Bach hinunter. Die elegante Chanteuse mit dem unwiderstehlichen Charme auf den Stimmbändern tat sich mit Heimorgeltüftler Brezel Göring aus Böhmen zusammen. Gemeinsam vereinen sie als STEREO TOTAL den Esprit von St. Tropez mit den artifiziellen Minimalsynthiepassagen der Postmoderne. Wie ein Sammelsurium aus Kinderreimen, lyrischer Klangmalerei, Avant-Pop, Beat und Sprachsequenzen kontrastiert ihr zweiter Longplayer „Monokini“ die herkömmlichen Komponenten elektronischer Musik.

Dadaismus im Spätkapitalismus. Der Soundtrack zum wiedervereinigten Berlin nahe der Jahrtausendwende. Benutzt wird dazu uraltes Equipment aus Amiga-Samplern und Transistorverstärkern. Damit sorgt der Mann aus Böhmen für den anorganischen Verve, dem Cactus zischelnd Seele einhaucht. Clever montiert sie ihre süßen Popstückchen zwischen Görings merkwürdige Klangteile. Atonal- und Geräuschmusik trifft den Sex der Bardot.



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