Blutwurst oder Hartwurst?
»Moonspell«
[O3.10.1996 - Dortmund, Ruhr-Rock-Hallen]
Text: Autor unbekannt
Eigentlich sollte an dieser Stelle eine Rezension des gesamten "Out Of The Dark"-Festivals stehen, aus zweierlei Gründen war es mir jedoch unmöglich, das komplette Billing anzuschauen.
Es begann schon gut mit einer unendlich langen Schlange vor dem Eingang ... Nach der eingehenden Leibesvisitation jedes einzelnen Besuchers vor mir erreichte ich die Halle pünktlich zu den Schlußakkorden von ROTTING CHRIST. Als zweite Band des Abends folgten THEATRE OF TRAGEDY, die mit ihrer Mischung aus Düster-Metal mit weiblichem, auf Mittelalter getrimmtem Heulbojen-Gesang lediglich ein flaues Gefühl im Magen verbreiteten. Sound okay, Gesang Geschmackssache.
Nach kurzer Umbaupause war die Zeit für den - nach meinem Dafürhalten - heimlichen Headliner des Festivals gekommen: MOONSPELL brachten die mit ca. 1200 Zuschauern nicht ganz ausverkaufte Halle schon mit den ersten Akkorden von "Opium" auf ihre Seite. Nahtlos folgten "Awake" und "For A Taste Of Eternity" in derselben Reihenfolge wie auf dem grandiosen "Irreligious"-Album. Die Halle kochte, und das portugiesische Quartett holte, angespornt von der ihm entgegengebrachten Begeisterung, alles aus sich heraus, so daß sich sein Auftritt, unterstützt durch den hervorragend eingestellten Sound, zu einem Triumphzug sondergleichen entwickelte. Für "Vampiria" vom "Wolfheart"-Album erschien Sänger Langsuyar gar mit einem Umhang auf der Bühne. Weiter ging’s mit „Raven Claws", "Of Dream And Drama" und "Wolfshade"; in lockerer Reihenfolge mischten MOONSPELL die Highlights ihrer letzten beiden Alben.
Und damit war das Vergnügen für mich auch schon beendet, denn als ich die folgende Zugabe und erneute Umbaupause nutzen wollte, um das „Platten vor Gericht“-Material für MORGOTH-Sänger Marc Grewe aus dem Auto zu holen, verweigerte man mir auf dem Rückweg den Zutritt zur Halle. Es fehlte der „wichtige“ Pass. Und so verpaßte ich sowohl GOREFEST, die ich gerne gesehen hätte, als auch SAMAEL. Doch allein für MOONSPELL hatte sich die Anreise schon gelohnt.
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