BEWERTEN
 

Jeru The Damaja

»Wrath Of The Math«

[Payday / Metronome / PV / VÖ: 25.11.2006 ]

Text: Autor unbekannt

Das Jahr ’96 wird als glückliches in die Geschichte des HipHop eingehen, zumindest was den Output der wichtigsten Stimmen der Eastcoast betrifft, denn nach dem QUEST und NAS gibt nun auch JERU seinen Beitrag zu Gehör. Schon mit „The Sun Rises In The East“ brachte er anno 1994 die Knie und Weichteile aller geistlosen Worttraktierer im HipHop zum Zittern und sicherte sich stante pede seinen Platz auf dem Rap-Olymp. Das Album hatte nicht zuletzt durch die Produktionsarbeit von DJ PREMIER die Kraft und Intensität einer innigen Umarmung mit einer Boa constrictor (höre auch „Static“) und enthielt mit „Come Clean“ einen (zu Recht umgehend zum Klassiker avancierten) Track, der - unter anderem - in seiner Form bis heute seinesgleichen sucht. Gleich im Intro der neuen Platte manifestiert JERU seine grundlegende Geisteshaltung: „The mental must always stay calm.

You must let nothing move you being good or bad. For when the mental can not be moved, there is no longer is good or bad - there just is. When there just is, you have the power to form and shape ...“ Diese mentale Bodenständigkeit und die ihr entspringende verbale Umsetzung sind die denkbar effektivsten Waffe im Kampf gegen die Teufel dieser Tage, die nach wie vor Ignoranz, Neid, Eifersucht und Haß heißen. Der Geist des Menschen bestimmt sein Handeln, und obwohl es JERU durchaus bewußt ist, hier gegen Windmühlenflügel zu kämpfen, geht der Prophet mit der Intensivität eines zornigen Rächers den Weg seiner Mission. Sehr bemerkenswerte Geschichten gibt JERU am Rande seines Durchmarsches zum besten, so „Tha Bullshit“, eine ihn maßlos verstörende Alptraumsequenz, oder „One Day“, in dem er und PRIMO dem von subversiven Subjekten gekidnappten HipHop auf der Spur sind, den sie schließlich aus den Klauen der Westküste befreien. Probleme mit den Frauen fehlen wieder einmal nicht („Me Or The Papes“), ebenso wie Reminiszenzen an ICE T, zumindest in den Titeln der Tracks „How I’m Livin’“ und „Ya Playin’ Yaself“, das mit einer - auf JERUs Vorliebe für verquere und verschachtelte Beats bezogen - außerordentlich griffigen Hookline und eingängigem Refrain aufwartet. Ein kleiner Vollständigkeitsbonus sind die beiden bereits auf Soundtracks veröffentlichten Stücke „Tha Frustrated Nigga“ und „Invasion“. Musikalisch gesehen ist die Platte einmal mehr ein kunstvolles Derivat aus der PREMIERschen Experimentierküche, für dessen Vervollkommnung der Meister wieder statt des Samplers den Schredder benutzt hat (dieser kleine Hinweis am Rande ist ausschließlich dazu gedacht, die Heiligsprechung der Platte zu vollenden). Schließen möchte ich mit der Widmung JERUs auf der Rückseite: „This album was created to SAVE hip-hop and the minds of people who listen to it. Peace!!“ Ein Missionar des Wortes und seine Vision.



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