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Korn

»Life Is Peachy«

[Sony Music / VÖ: 09.10.1996 ]

Text: Autor unbekannt

Die trauen sich was! KORN zeigen sich gestärkt in Kreativität, Selbstvertrauen und musikalischer Finesse und veröffentlichen mit „Life Is Peachy“ ihr zweites Album. Dies hat genügend Klasse, um das selbstbetitelte Debüt hinter sich zu lassen - und das will schon was heißen. Zuerst fällt auf, daß die Produktion des Wunderknaben Ross Robinson diesmal wirklich sämtlichen Ansprüchen genügt: Alles ist brillant, klar und dynamisch hochgradig abgestuft hörbar, vor allem das Schlagzeug - auf „Korn“ noch Kritikpunkt Nummer Eins - klingt exzellent und verdammt nach „Frizzle Fry“, wenn Ihr versteht. Unnötig zu erwähnen, daß das KORN-Trademark, die unglaublich tiefen Bassfrequenzen, diesmal noch deutlicher zu spüren ist und manchmal schon nahe der Schmerzgrenze auftritt.

Nur, um kurz „hallo“ zu sagen. Dies tut auch „Twist“, der dem Wahnsinn entsprungene und nur sekundenlange Opener - zack, schon weg! „Chi“ und „Kunt“ bestechen durch funky Basslicks und die grandios minimalistische Gitarrenarbeit der Strophenteile, die den Hammer der Refrains erst richtig stählt; „Porno Creep“ entführt in ambiente Sphären und wirkt dabei so begeisternd, daß selbst gestandene Freispiel-Redakteure sich das unterwürfige „geil!!!“ nicht verkneifen können; „Wicked“, die mit Hilfe des DEFTONES-Sängers eingerotzte ICE CUBE-Coverversion, schnoddert sich durchs Leben und hat ebenso wie die zweite Coverversion „Low Rider“ (auch schon von den BEASTIE BOYS auf „Ill Communications“ gesampelt) starken Sessioncharakter, der einen gelungenen Gegenpol zur perfekten Hit- und Groovemaschinerie eigener Stücke wie „No Place To Hide“, „Good God“ und „Adidas“ darstellt. Man kommt aus dem Staunen nicht raus! Und erst die Texte, ach ja, natürlich. Jonathan Davis hat erneut in den Tiefen seiner Seele gekramt und Dinge hervorgebracht, die keinen Abdruck erlauben, dies aber auch nicht nötig haben, da sie vom intensivsten Sänger der derzeitigen HC/Metal/Alternative-Szene intoniert und damit schon gewürdigt genug sind. Eine der Platten des Jahres.



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