BEWERTEN
 

John Wetton

»Akustika - Live In Amerika«

[Blueprint / EFA / VÖ: 12.07.1996 ]

Text: Autor unbekannt

Dieser Mann hat Musikgeschichte mitgeschrieben. 1969 beginnend als Bassist und Co-Sänger von FAMILY, trat JOHN WETTON in den folgenden rund fünfundzwanzig Jahren bei einigen der besten und besseren (und einem der schlechtesten!) Vertreter des britischen Art-Rock in Erscheinung. Zwischen 1973 und ‘75 als Mitglied der wohl intelligentesten und kompromißlosesten Formation des Genres, KING CRIMSON, hatte WETTON während deren bester auch die eigene beste Zeit. Man setzte Konzerte und Alben in die Welt, die vielerorts musikalisches Grundsatzdenken ins Wanken brachten. JOHN WETTON galt seinerzeit als führender englischer Rock-Bassist und hatte - bei klar erkennbaren Grenzen seiner Stimme hinsichtlich Volumen und Ausdrucksvermögen - ein unverwechselbares Timbre entwickelt, dem man nachgerade verfallen konnte. Nach CRIMSONs vorläufiger Auflösung verschwanden Johns wenige Soloalben samt und sonders unter dem Mäntelchen der Nächstenliebe, spielte er als Tourbassist bei ROXY MUSIC, gründete die mittelprächtige Formation UK (mit u.

a. BILL BRUFORD, TERRY BOZZIO, EDDIE JOBSON) und schließlich mit STEVE HOWE von YES und GEOFF DOWNES von den BUGGLES ('Video Killed The Radio Star') die Pomp-Schlock-Pop-Band ASIA ('Heat Of The Moment'). Zu diesem Zeitpunkt war bereits deutlich, daß WETTONs Stimme, bei weiterhin vorhandener Signifikanz im Ton, bar der alten Kräfte schlicht abgesungen war. Abschließend von einem Stromschlag durch eine falsch angeschlossene Gitarre auf die Bretter geschickt, die die Welt bedeuten sollen, und mit nachfolgenden partiellen Lähmungen gesegnet, verschwand er erst mal. Im vergangenen Jahr, erfreulicherweise ausreichend wiederhergestellt und zunächst mit SAGA (sic!) unterwegs, begab sich JOHN WETTON per Gitarre und Tasten auf eine Solo-Tournee durch die USA, auf der vorliegendes Teil aufgenommen wurde. Rundheraus gesagt: man hört nicht so sehr viel JOHN WETTON als vielmehr Hall. Hall und Hall. Pfundweise. Noch nie gehört, so was. Ersäuft die Stücke - von CRIMSON bis ASIA - allesamt und förmlich, macht selbst aus einer zauberhaften kleinen Hübschheit wie 'Rendez-Vous 6.02' von UKs 'Danger Money'-Album eine aufgetakelte Puderzuckerbraut. Nicht wirklich eine Enttäuschung - ein unangenehmes, fast tragisches Dokument.



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