BEWERTEN
 

Alan Vega, Alex Chilton, Ben Vaughn

»Cubist Blues«

[Last Call / Semaphore / VÖ: 20.04.2005 ]

Text: Autor unbekannt

Drei Männer, drei Legenden. ALAN VEGA, die Stimme SUICIDEs, der Mann, der den Rock´n´Roll in die Elektronik geholt und selbst mit Solo-Tracks wie „Jukebox Baby“ noch Musikgeschichte geschrieben hat. ALEX CHILTON, Sänger der sechziger Teenie-Retortenband BOXTOPS (remember: „The Letter“), später Mastermind hinter der verkannten Reißbrett-Supergroup BIG STAR, Entdecker und Produzent der CRAMPS, Mitglied der original PANTHER BURNS und ebenfalls Soloartist mit Kultstatus, sowie BEN VAUGHN, jahrelang Kopf der FABULOUS THUNDERBIRDS, neben STEVIE RAY der zweite Bruder bei den VAUGHN BROTHERS. Was soll man da anderes erwarten als Superlative. Richtig, genau die werden geliefert.

Oberflächlich getragen von VEGAs einzigartiger Stimme (fragt mal Herrn Astbury, wer ihm sein größtes Idol war), mit unendlich viel Hall in den Raum gestellt wie zuletzt auf seinen frühen Soloalben, endlosen Wiederholungen klassischer gesanglicher Rockabillismen, will meinen lasziver „Uhs“, „Whoos“, „A´has“ und vor allem „Babies“, wälzen sich unendlich minimalistische und monotone Rhythmusskelette dahin. CHILTON und VAUGHN wechseln sich an Bass, Gitarre und Schlagzeug und gelegentlich auch Keyboard und Piano ab, bauen VEGAs so unendlich verzweifeltem Organ eine Eishöhle aus Percussion, Feedback und seltsamen Bluesgitarren, in der sie sich von Wand zu Wand werfen kann. Zwei Nächte hat man sich im Studio getroffen und ein Album eingespielt, das auf perfekte Art und Weise falsch zusammengesteckt wirkt. Irgendwie scheint hier alles so miteinander kombiniert, daß jedes Teil die neben ihm verbauten Bausteine merkwürdig fremd erscheinen läßt. Perspektivisch falsch, quasi. Möglicherweise Ergebnis der Improvisation, möglicherweise auch mehr. Hier ist jedes Stück im Spiel entstanden. Das klingt manchmal ganz schön schräg, verschoben, überlagert. Ziel war eindeutig Perfektion durch Chaos, oder auch andersherum. Wie man es auch sehen will, das Ziel wurde eindeutig erreicht. Hört es Euch an, ... und konzentriert Euch erst einmal auf den Mittelpunkt: ALAN VEGAs einzigartige Stimme, der Rest entfächert sich von alleine, auch wenn´s manchmal schmerzt. Ben: „Is this bass in tune?“ Alex: „Is that a rethorical question.“



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