BEWERTEN
 

Idiot Flesh

»The Nothing Show«

[Fidel Bastro / EFA / VÖ: 10.03.1999 ]

Text: Autor unbekannt

Act 1. 'Who's gonna start ‘The Nothing Show’ by giving us your name? We only want the middle name?' Habe ich nicht, nie gehabt, vielleicht wäre es Werner geworden, oder Josef, oder aber John. Ein Name, dem die Mitglieder dieser Band aus Oakland, US of A, sehr verbunden sind, zählen sie sich doch zu den Anhängern der 'Approved John Kane Society'. Selbiger war ein schottischer Mathematiker des frühen 20. Jahrhunderts, der die 'Kraft des negativen Denkens' hochhielt und sich in einige Grenzbereiche mentaler Leistungsfähigkeit begab. Das bezahlte er irgendwann mit seiner Geistesgesundheit. Über die Behauptung, '1+0=0' komme ich auch erst einmal nicht hinweg.

Egal, schließlich geht es um das Konzeptwerk 'The Nothing Show', das im Grunde ständig seine Nichtexistenz behauptet. Das ist jedoch absoluter Schwachsinn, denn hier haben sich fünf Musiker mehr als nichtige Gedanken gemacht und Nächte um die Ohren geschlagen. Es ist zudem etwas sehr Existentes dabei herausgekommen, das zwar 'Almost Nothing' zu sein behauptet, mich aber eher in die Situation bringt, MR. BUNGLE als nichtig zu bezeichnen, die CARDIACS für einen Moment zu vergessen und der amerikanischen außer-New-Yorkschen Avantgarde die Ohren entgegenzurecken. Nicht nur klingt die unglaublich sprunghafte Platte der Idioten sehr transparent, die Musiker verstecken sich zudem nicht hinter Kinkerlitzchen und unspielbaren Collagen, wie es auf der letzten MR. BUNGLE doch allzu deutlich wurde. Diese Musiker gehen mit Qualität (Schlagzeug/Bass) und live erzeugter Unverträglichkeit (Gitarre/Gesang) zu Werke. Wer so die ersten fünf Stücke überstanden hat (Highlight 'Almost Nothing'), darf sich im Ragtime-/Dixieland-Style von 'Mouth' - verstärkend wird hier der Sound schäbig und leiser - kurz zurücklehnen, um dann in die Pause entlassen zu werden. Diese Pause ist in Form einer 12minütigen Intermission tatsächlich auf der CD verewigt. Act 2. 'Puppet Theater' eröffnet den wesentlich kruderen Teil der 'Nothing Show', in der mehr als einmal deutlich wird, was es mit der Initiative 'Rock against Rock' auf sich hat, mit der THE IDIOT FLESH ebenfalls zu tun haben. Da stehen pompöse rockopereske Ausbrüche neben an VAN DER GRAAF gemahnenden Verwirrspielen und krummen Taktkrüppeleien sowie auf dem Rückweg angeschnittenen Hardrock(!)zitaten von BLACK SABBATH bis QUEEN, das alles im fünfminütigen 'Meat', completely over the top obendrein. 'The Man Who Liked Zombies' kommt dann den CARDIACS noch einmal gefährlich nahe, bis die nervtötende 'Amazing Grace'-Interpretation im Intro vom schwer rockigen 'Loveride' allen Glauben an die Ernsthaftigkeit/Positivität dieser Platte wieder zunichte macht (Song mit Spitzenfinale und Übergang in die Kotzorgie 'Tequila'). Die Fragmentierung nimmt ihren Lauf. Zwar darf auch der gewisse Anteil Pathos in 'Blacksand' um die Ecke gucken, nur um jedoch in heilloser Herumjazzerei zu verenden. So richtig lächerlich und daher jubilierend begrüßt sind dann aber die Symphoniker- und Eunuchen-Rock-Zitate im Feuerwerk-verdächtigen Finale 'Blue Head', das ein Anti-Album abschließt, dessen Verstörtheit nichts anderes als diesen Platz verdient hat. Unbedingter Anspieltip: 'Blacksand', 'Loveride'.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 

Spalter: Platte und Film des Monats

Spalter: Platte und Film des Monats

Das Intro-Streitgespräch: Jeden Monat eine neue Platte, ein neuer Film und unterschiedliche Meinungen. [...mehr]

 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]