BEWERTEN
 

The Frank & Walters

»The Great Parade«

[Metronome]

Text: Autor unbekannt

Kein Duo wie etwa SIMON & GARFUNKEL, sondern eine englische Pop-Band. Mit Songs, die für Brit-Pop alle ein wenig zu altmodisch klingen (was aber gut so ist), liefern THE FRANK & WALTERS ein zwiespältiges zweites Album ab. Sänger Paul Lineham klingt ein wenig nach JULIAN COPE (wofür er nichts kann) und hat eine Vorliebe für dünne Mantovani-Strings (wofür er etwas kann). Darüber hinaus ist die Platte ein wenig beliebig arrangiert. Insbesondere die Gitarrensoli wirken uninspiriert und deswegen langweilig. Die Melodien sind gefällig, aber vorhersehbar, die Stücke selbst nicht eben abstoßend, aber auch nicht gerade mitreißend. Nett eher. Was die Geschichte vor dem Absturz in den musikalischen Supermarkt-Limbo bewahrt, sind ein paar wirklich feine Hymnen, die im Mittelteil unerwartet auftauchen.

Mit grandiosen Melodiebögen und konsequent sich steigerndem Aufbau zeigen diese Tracks, wohin die Reise hätte gehen können. Vielleicht sind FRANK & WALTERS ja nur vom englischen Understatement übermannt worden, so aber ist „The Great Parade“ eben lediglich zwiespältig lustig.



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aus Intro #39 (November 1996)
 
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