BEWERTEN
 

Hip Young Things

»Ventilator«

[Glitterhouse / EFA]

Text: Autor unbekannt

„Die erste wird ein Versuch, bei der zweiten verzetteln wir uns mal so richtig, und die dritte wird ein Meisterwerk.“ Soweit vor fünf Jahren Labelchef Reinhard Holstein zum ostwestfälischen Quartett, das somit vor „Ventilator“ in der Pflicht stand, und Erwartungshaltungen geschürt waren. In der Tat ist den HIP YOUNG THINGS mit dem Opener „Stereo“ ein potentieller Pop-Knaller erster Kajüte gelungen, in der Folge aber scheint es, mal abgesehen von „Lego Lap“, an zündenden Ideen gefehlt zu haben, was in bezug auf Schneider im speziellen und das Quartett im allgemeinen schlichtweg unglaublich anmutet, da, die Projekte und Ableger inbegriffen, qualitative Einbußen trotz Quantität des Outputs bislang eigentlich eher die Ausnahme waren.

Eine richtige Pop-Platte - ohne die gerade vom Vorgänger „Shrug“ bekannten Störeffekte und Noise-Kaskaden - ist es geworden, das immer so fließende Songwriting mehr als einmal ins Stocken geraten, weil Zwingendes und damit Wiedererkennungswert gerade auch im Uptempo-Bereich häufig auf der Strecke bleiben. Das gilt für das tastendominierte „Time/Turn“ (kennt jemand noch die INSPIRAL CARPETS?) ebenso wie für „The Queen“, eher uninspiriert, anderes wirkt krampfhaft um Coolness bemüht („Sagen Denken“), und die glatte Produktion tut ein übriges. Auch wenn mir ein zu Ohren gekommener Kommentar („die schlechteste Platte, die ich je gehört habe“) übertrieben scheint und das zweite Instrumental „1 ½“ wenigstens wieder halbwegs versöhnlich stimmt - bleibt alles in allem der Eindruck, als habe sich jemand beim Versuch, ein Meisterwerk zu kreieren, gehörig verzettelt. „A Good Bands Early End?“ - Hoffentlich nicht.



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