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Broken Dog

»Broken Dog«

[Big Cat / RTD / VÖ: 16.10.2006 ]

Text: Autor unbekannt

Wie kann man den Anblick eines humpelnden Hundes als „erfrischend“ empfinden? Erklärt so was das Zustandekommen einer solch komischen Mischung aus Popmelodien und Schmerz dieses jungen Duos? Clive und Sängerin Martine sollen sich getroffen haben, um ihre eigenen Songs aufzunehmen. „Echt“ sollten sie dabei klingen, wobei die Echtheit hier aus dem Bau von barocken Märchenschlössern mit todtraurigen Prinzessinnen und betrogenen Prinzen zu bestehen scheint. Das ist der Ausdruck privater Miniaturdramen, keine Schmuseecken, obwohl der Sound trotz seiner Mollbeladenheit und der Low-End-Aufnahme recht ohrenfreundlich geraten ist. Sparsame Gitarrenarbeit mit vielen Effekten zugeklatscht, dazu Martines säuselnde Stimme, die beteuert: „You don’t have to come back, just as long you stay on my side.“ Klingt das wie ein Versprechen oder eine emotionale Erpressung? BROKEN DOG beherrschen jedenfalls die Kunst, einerseits durch opulente Melodien und Sound zu fesseln, andereseits aber ein gruseliges Schauern zu erzeugen.

Denn bei aller Liebe und dem Herzblut, das hier vergossen wird, klingen die meisten Songs doch ziemlich spooky. Bei „Lullaby“ quält sich eine Gitarre am untersten Ende der Tonskala zu einem scheppernden Schlagzeug ab, beim folgenden „Dark Is The Bark“ werden Bilder von Fülle tnd Verfall entworfen. Und auch Songtitel wie „Where Will You Go When There’s Nowhere Left To Go“ versprühen nicht gerade Optimismus. Entfernte Ähnlichkeiten mit der Düsterveredelung der TELSTAR PONIES ist hier möglich, auch wenn BROKEN DOG wesentlich zerbrechlicher klingen. Dabei bewahren sie eine Naivität, die selbst die hier geleistete behutsame Trauerarbeit doch irgendwie wieder erträglich macht.



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