BEWERTEN
 

Robin Holcomb

»Little Three«

[Nonesuch / WEA / VÖ: 10.05.1996 ]

Text: Autor unbekannt

Die amerikanische Pianistin und Sängerin stellt mit ihrem dritten Soloalbum eine Musik von klarer Schlichtheit und ruhiger, impressionistischer Stimmung vor. HOLCOMB, Frau des BILL FRISELL-Keyboarders WAYNE HORWITZ, war nie eine Künstlerin der lauten Töne. Obgleich durch ihren Mann mit der New Yorker Avantgarde verbunden, bezieht sie die Inspiration für ihre feinnervigen, zerbrechlich wirkenden Kompositionen aus der Liebe zu ihrer Heimat Neuengland, deren Natur und Tradition. Da sind Anklänge an die Folk-Songs der Appalachen ebenso zu vernehmen wie Zitate aus den Bürgerkriegsliedern und den Spirituals der Baptisten. Einzig die harmonischen Verfremdungen lassen auf moderne Einflüsse eines CHARLES IVES schließen, und mit dem Eingangstitel „Wherein Lies The Good“ des New Yorker Akkordeon-Virtuosen GUY KLUCEVSEK findet letztlich die Avantgarde doch noch ihren Spiegel in HOLCOMBs Spiel.

Ein Gewebe, das teils durch minimalistische Elemente, teils durch wunderbare, weite Melodiebögen und die Transkription der gesanglichen Themen für Klavier zusammengehalten wird. Im Gegensatz zu ihren vorhergehenden Einspielungen „Robin Holcomb“ und „Rockabye“ ist ihre zart-melancholische, entfernt an die frühe JONI MITCHELL erinnernde Stimme leider nur auf zwei der sieben Stücke zu hören. Doch auch ohne vokales Hinzutun wimmelt ihr Klavierspiel nur so von Zitaten und Stimmungen, in die sich zu versenken wirklich lohnt.



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