BEWERTEN
 

YoYo

»Total Control«

[Eastwest / VÖ: 18.10.1996 ]

Text: Autor unbekannt

War YO YO auf ihrem letzten Album „You Better Ask Somebody“ noch eher das toughe Streetgirl, ist sie auf „Total Control“ wieder ganz die selbstbewußte Lady, die ihr auch sehr viel besser zu Gesicht steht (ein Blick auf die Coverfotos sollte hier genügen). Den Titel der Platte kann Mann dabei ruhig als YO YOs Lebensprinzip verstehen, in allem Tun sich selbst die Frau zu sein (so fungiert sie diesmal auch als ausführende Produzentin): Nach wie vor läßt sie keinen Kerl unaufgefordert an ihrem Yo-Yo spielen. Leider ist die Platte musikalisch in weitesten Teilen - ich muß es leider so sagen - als ein neuerlicher Beweis für den oftmals absolut durchschnittlichen und sich selbst recycelnden Westcoastsound anzusehen, denn die ihr zur Seite stehenden Produzenten haben bei etwa der Hälfte der Songs absolut nichts Neuartiges beizusteuern.

Dabei ist YO YO eine wirklich talentierte und streitbare Frau, die vor allen Dingen in den gekonnten Wortgefechten mit ihrem „Wegbereiter“ ICE CUBE („It’s A Man’s World“ oder „The Bonnie And Clyde Theme“ von ihrem letzten Album „You Better Ask Somebody“) weibliche Stärken gezeigt hat. Aber schon der direkte Vergleich zwischen dem letztgenannten Stück und seiner Fortsetzung (in identischer Besetzung) auf „Total Control“ zeigt das Dilemma auf, denn der Dampf des ersten Teils verpufft hier ziemlich kläglich und uninspiriert zwischen Keyboardfiepsern und Glöckchengebimmel. Auch das Duett mit MC LYTE klingt wie schon 1000 Mal gehört und wird dem Verbalpotential seiner beiden Protagonistinnen leider in keiner Weise gerecht. Natürlich ist dieses Album nicht nur uninnovativ, sondern besitzt mit „Tre’ Ride“ feat. MC BREED und „How Can I Be Down“ mit dem RUFFEN HUND zwei richtig coole Funk-Nummern, von denen die erste von BREEDs katerartig schleichendem Rapstil lebt, die zweite hingegen die richtige Portion Dialogstärke, slow motion und köterhafte Abgehangenheit besitzt. Das schönste Stück aber ist zweifellos das hypererregende „Body Work“ (sic!) mit der göttlichen TEENA MARIE, das kribbelt und kitzelt und das ich in gar keinem anderen Sinn verstehen möchte ...



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