BEWERTEN
 

O.S.T.

»Antonia's Line«

[Silva Screen / Edel Contraire]

Text: Autor unbekannt

Ohne den Film (deutscher Titel 'Antonias Welt') gesehen zu haben, entwickelt dieser Soundtrack sicherlich erst zögerlich seinen ganzen Reiz. Das liegt an der hohen Bindung, die die musikalischen Themen zu den Personen der emotionsgeladenen Beziehungssaga haben. Mit dem richtigen Gespür für dramatische Intervalle baut die Komponistin ILONA SEKACZ feste Szenarien auf, deren Wiederkehr der filmischen Dramaturgie Vorschub leistet. Der Gedanke des Kreislaufes, des Fortschreitens der Zeit ohne Punkt und Komma, der Entwicklung von Generation zu Generation ohne wirkliches Ende, findet in den folkloristisch instrumentierten Themen (leitendes Akkordeon) seine Unterstützung durch repititive Melodien mit hohem akustischen und emotonalen Wiedererkennungswert, rhythmisch gebrochen, wenn die Handlung mehr Tempo verlangt.

Die provinzielle Story hätte vielleicht durch spärlichere Instrumentierung besser unterstrichen werden können, doch kitschige Momente des 'Metropole Orchestra Of The Netherlands' sind glücklicherweise dünn gesät. Wie oft klingen Soundtracks mit vollem Orchester nach 'Dallas'?! Hier einmal: 'The Village In Love'. Für das wunderschöne Leitthema 'Antonia's Line' allein gebührt diesem Soundtrack jedoch Beachtung, ebenso den angenehmen Bewegungen in 'Angelus/After Work'. Wer nebenbei den Film noch nicht gesehen hat, hat einen sehr schönen Kinoabend zu wenig gehabt, und eine Grundvoraussetzung für den Genuß dieser Platte fehlt ihm/ihr auch.



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aus Intro #39 (November 1996)
 
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