Danke für den Fisch
»Long Fin Killie & Red Snapper«
[12.10.96 - Köln, Stadtgarten]
Text: Autor unbekannt
Zum Geburtstag nur das Beste. Das jedenfalls hat sich wohl das Kölner Stadtrevue-Team gedacht, als es mit RED SNAPPER und LONG FIN KILLIE zwei der derzeit angesagtesten britischen Bands für ihr 20jähriges Jubiläum in den Kölner Stadtgarten einlud. Denn schließlich vereinen die Band um Frontmann Luke Sutherland und das Londoner Jazz-Trio nicht nur lobende Worte der Kritik auf sich. Von den außergewöhnlichen Live-Qualitäten der beiden Bands mit dem Fisch im Namen konnten sich an diesem Abend auch die Leute überzeugen, die normalerweise nicht auf „solche“ Konzerte gehen. Der Jubelfeier entsprechend, befand sich denn auch allerhand Medien-Prominenz unter den Zuhörern, von denen zumindest einige ältere Jahrgänge ob der Noisewände, die LONG FIN KILLIE an diesem Abend produzierten, erstaunt waren.
Dann, nach einer kurzen Verlosung und Umbaupause, war die Bühne auf einmal voll von Instrumenten. Im Zentrum der riesige Kontrabaß von Ali Friend, flankiert von seinen SNAPPER-Kollegen an Gitarre, Schlagzeug und diversen Blasgeräten. Abgesehen von dem ziemlich dramatisch-orchestralen Auftakt mit Dia-Unterstützung, folgte über eine Stunde lockeres Dahingleiten auf den feinen Jazz- und Surfsounds des Londoner Trios. Von einer anfänglichen Hektik der Songs war spätestens nach „Snapper“ nichts mehr zu spüren, das ließen die Raumtemperatur und diverse konsumierte Genußmittel auch gar nicht mehr zu. Für Leute, die RED SNAPPER bisher nur von ihren Alben kennen, muß es ein absolutes Wunder sein, daß diese den differenzierten Studio-Sound live nicht nur erreichen, sondern noch um einige Intensitätsgrade steigern können. Bis zur regulären Tour wird’s da wohl noch etwas dauern, der SNAPPER sitzt jetzt jedenfalls schon mal am Haken.
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