BEWERTEN
 

Holy Ghost

»The Mind Control Of Candy Jones«

[Tresor / EFA / VÖ: 11.10.1996 ]

Text: Autor unbekannt

Alben sind schon was Feines, kann man doch anhand einer Vielzahl von Stücken besser ins Innenleben des Künstlers schauen, als es eine 12“ jemals in dem Umfang erlauben würde. Wenn man den neuesten „Tresor“-Release in den Händen hält, die Musik hört und gleichzeitig noch weiß, daß jener Mensch aus London kommt, wird die Linie der Beeinflussung sofort klar. „Der Hund von Baskerville“, „Dr. Mabuse“, Edgar A. Poe und zahlreiche andere Gruselgeschichten mit viel Nebel, möglichst krankhaften Tätermotiven und hilflosen Opfern haben zu „The Mind Control Of Candy Jones“ Modell gestanden. Bei soviel düsterster Themse-Stimmung, all den vor Schreck erstarrten Gesichtern und hysterisch lachenden Psychopathen hat der heilige Geist, Gefühlslenker und oberstes Exekutivorgan, klar die besten Karten in der Hand.

Über neun Einstellungen hinweg lenkt und weist er, wird Herr über Angstschweiß und Erleichterung. So, das wäre zumindest eine Herangehensweise, gestützt von Totenköpfen, mysteriösen Radierungen und der Scheintoten Candy Jones auf dem Cover. Wer auf diese schon sehr britische Art der Erzählung abfährt, sollte sich das sehr wohl mal gönnen, seinen eigenen Film abzufahren.



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