BEWERTEN
 

A Tribe Called Quest

»Beats, Rhymes And Life«

[Jive / BMG / VÖ: 01.09.2003 ]

Text: Autor unbekannt

Über zweieinhalb Jahre sind seit dem letzten ATCQ-Album vergangen, doch endlich liegt der neue Lagebericht zum Stand ihrer Suche vor. Wie es der Titel schon nahelegt, geht es diesmal um Takte, Reime und das Leben, also essentielle Dinge, die sich gegenseitig bedingen und ergänzen. Songs wie „Get A Hold“ oder „Stressed Out“ deuten die Eckpfeiler (vor allem den Glauben, Q-Tip ist jüngst zum Islam übergetreten - das nur zur Ergänzung) des menschlichen Daseins im QUESTschen Sinne an. Ganz wichtig - und in diesem Maße noch auf keiner ihrer Platten - ist ihnen dieses Mal die Notwendigkeit, den von zu vielen Einleitern verschmutzten Fluß („Fluß“ jetzt im Sinne von „Lebensspender“ oder auch „Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluß“) HipHop wieder zu reinigen.

Wie auf „Phoney Rappers“ oder „Keep It Moving“ deutlich wird, ist auch ihnen mittlerweile der nötige Handlungsbedarf mehr als deutlich geworden. Dennoch laden Q-Tip und Phife die verbale Steinschleuder nicht gleich mit Pflastersteinen, sondern besinnen sich auf ihr wandlungsfähiges und schlagfertiges Reimtalent. Deutliche Worte fallen auf „Motivators“: „We’re the No. 1 motivators, ghetto mentality ain’t innovate us, some of you may hate us, but we won’t be sour, all we wanna do is rock along.“ Mut zum Bekenntnis in unruhigen (HipHop-) Zeiten. Wie so oft führen die beiden auch vor, wie mit Vokabeln richtig umzugehen ist („Word Play“), wobei besonders dieses Stück die (nach wie vor einmaligen) QUESTschen Zwiegespräche zwischen Q-Tip und Phife zu einer neuerlichen Blüte führt (eigentlich „Tri“-Gespräche, da ein junger Rapper namens Consequence hier wie auch auf einigen anderen Stücken ihre Runde teilt, eine weitere gewichtige Rolle spielt ein „Mädchen“ namens Christine, wenn auch weniger im musikalischen denn im inspirativen Sinne). Doch nicht nur die Rhymes, auch die Beats und Sounds sind elementarer Bestandteil der HipHop-Lebens-Einheit, und wer könnte sie besser auswählen, um- und einsetzen als Ali Shaheed Muhammed, dieser Großmeister der relaxten und schwerelosen Grooves („Mind Power“ z. B., eine Symbiose von Wort und Klang). Mit ihrer lockeren Ernsthaftigkeit, und diese beiden Dinge standen beim QUEST noch nie im Komplementärkontrast, können sie nach wie vor jede Party (jetzt kommt’s noch mal!) rocken („you gotta do the hop“). Doch wozu weitere Worte verschwenden? ATCQ sind nach wie vor der schimmernde Lichtstreifen am Horizont des Rap. Die HipHop-Lebenshilfe e. V.



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