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Die neuen H-BLOCKX?

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Text: Autor unbekannt

Party Dictator 03.07.96 - Köln, Rotation Lustiger Club, die „Rotation“. Theke plus zwei Meter der „Live Music Hall“ werden abgetrennt und zum Hexenkessel, wenn die richtige Band zum Tanz bittet. Heute waren DOWNSET aus Los Angeles die Hauptattraktion, trotz sehr kurzfristiger Ankündigung Garant für ein volles Haus und Gastgeber für die Bremer Noise-Fetischisten PARTY DIKTATOR, die auch erst zwei Tage vorher von ihrem Glück erfahren hatten und durch mehrere Staus fast um ihren eh knapp bemessenen Soundcheck gebracht worden wären. Trotz dieser widrigen Umstände legten sie dann aber los wie die oft bemühte Feuerwehr und trennten so ziemlich schnell die Spreu des Publikums vom Weizen - die Rotation leerte sich innerhalb der ersten zwei Stücke merklich, so verstört reagierten die meist jungen Zuschauer auf die anderthalb Tonnen Krach, die ihnen da in gewohnt gutem Sound und mit psychotischer Performance eine halbe Stunde lang um die Ohren flog.

Diejenigen, die dageblieben waren, schienen dafür aber um so begeisterter ob der unerwarteten und offensichtlich unbekannten Kakophonie solcher Hämmer wie „Quiet Line“ und „Pressure“ und zeigten bei den groovigeren Stücken wie „Stand Behind Me“ oder „Hitman“ sogar erste Anzeichen des Moshpits, der bei der Hauptband dann natürlich ins Unendliche ausuferte. Auch in Köln frißt der Bauer eben nur, was er kennt. PARTY DIKTATOR wirkten wie gewohnt hervorragend - ein riesiger Bassist warf böse Blicke in Richtung Publikum, der Gitarrist wirkte leicht unbeteiligt, veranstaltete auf seinen sechs Saiten allerdings Sachen, die auch DOWNSETs Saitenfraktion hinter der Bühne ein ums andere Mal recht ungläubig dreinschauen ließ, der Schlagzeuger wirbelte hinter seinem Minikit herum wie ein Berserker, und Sänger Nick schaffte es locker, durch unkontrollierte Bewegungsabläufe und Mimik alle Blicke auf sich zu ziehen und so einige verwirrt zurückzulassen. Sollte allerdings auch nur einer der Hüpf-Jünger, die danach lauthals „Ääääääängäääääää!“ brüllend in die Halle zurückkehrten, bemerkt haben, daß es ein Leben jenseits vom „187 LA Trademark“ gibt, hat er diese Erkenntnis gut versteckt.



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aus Intro #37 (September 1996)
 
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