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Jay-Z

»Resonable Doubt«

[Roc-A-Fella/Freeze Rec. / Priority / Virgin]

Text: Autor unbekannt

Auf Brooklyns JAY-Z vereinen sich die East-Coast-Tugenden - die stilistische Gewandheit und Komplexität des gesprochenen Wortes, getragen von typisch reduzierter Beatkunst, in die so manche Partikel des 'klassischen' Grooves von Soul und Funk eingestreut werden. Eine Kunst, die vor allem den Namen PREMIER hat, dessen Handschrift auch Teile von JAY-Zs Debüt trägt. An der musikalischen Gestaltung sind darüber hinaus bekanntere Produzenten wie SKI (Rock-A-Block Prod.) und CLARK KENT (Supermann Prod.) beteiligt. Abgerundet, aufgenommen und abgemischt wurde 'Resonable Doubt' in den D&D Studios von und mit JOE QUINDE. Soviel Gutes kommt nicht von ungefähr, dazu bedarf es schon des gehörigen Talents eines JAY-Zs am Mikrophon, dessen Vibe und Texte eben auch nicht von ungefähr an NAS - Heimat Queens/HipHop - erinnern.

Zu hören ist NAS bei JAY-Z via Sample im Stück 'Dead Presidents' (die grünen Scheinchen), das vorab als Maxi erschien und als LP-Version mit neuem Text versehen wurde. Für Wind oder - wie es amerikanisch so schön heißt - Buzz, rote Ohren und mittlerweile Video-Rotation sorgte die B-Seite der Maxi (ebenfalls auf der LP) 'Ain´t No Nigga' mit FOXXY BROWN, die vom Pimpern handelt und mit bekanntem 'Seven Minutes Of Funk'- und FOUR TOPS-Sample als Grundlage versehen ist. Derlei Deep Soul- und Funk-Referenzen tauchen relativ häufig auf, z. B. im Opener 'Can´t Knock The Hustle' mit MARY J. BLIDGE oder in 'Can I Live', das von ISAAC HAYES' 'The Look Of Love' getragen wird. Stücke, in denen sich JAY-Z wie NAS sehr eng am HipHop-Kontext bewegt und jenen gewissen East-Coast-Playa-Lifestil portraitiert, dessen fleischliche Verköperung NOTORIOUS B.I.G. im Duett von 'Brooklyn´s Finest' auftaucht. Schließlich schimmern auch bei ihm Native Tounge-Wurzeln - 'Can I Kick It' im Stück '22 Two´s' - durch, wie überhaupt der besagte Playa-Lifestil im Osten zumeist etwas Tragisches, Hoffnungsloses an sich hat. Und auch in dieser Hinsicht wird die geistige Verwandschaft JAY-Zs zu NAS deutlich. Einziges vermeintliches Manko ist die eine oder andere Länge bei immerhin 14 Stücken (als DLP), weniger ist halt manchmal mehr.



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aus Intro #37 (September 1996)
 
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