BEWERTEN
 

The Kelly Deal 6000

»Go To The Sugar Altar«

[PIAS / RTD]

Text: Autor unbekannt

Beinahe wäre sie ja früher Drummerin bei den PIXIES geworden. Dann spielte Kelley Deal erst mal die Gitarre bei den BREEDERS, der Band ihrer Zwillingsschwester Kim. Und wärend letztere weiterhin Flüssignahrung zu sich nahm und mit den AMPS durch die Gegend tourte, hatte Kelley vor allem mit ihren Drogenproblemen zu kämpfen. Jetzt, nach der Entziehungskur, stellt sie ihr erstes eigenes Bandprojekt vor, das sie zusammen mit Marty Nedich (Bass), Steve Salett (Gitarre) und Nick Hook (Drums) Anfang '95 ins Leben gerufen hatte. Das Debüt von THE KELLY DEAL 6000 ist eine komische Mischung aus glamourösen Popsongs und waschechter Punk/Trash-Ästhetik.

Die schnörkellosen Bässe etwa beim Opener 'Canyon' wurden direkt von den BREEDERS importiert, hinzu kommen etwas Country-Feeling, Straßenstaub und ein großer Schuß schmuddelige Bar-Atmosphäre. Mal ziemlich soulmäßig wie bei 'Sugar', dann wieder mit Hispano-Flair ('Trixie Delicious'). Komische Textcollagen wie in 'How About Hero' lassen Szenarien wie bei einem Road-Movie entstehen ('How about hitchhike, stilletto bike / How about hero, how about hell'), dazu ein schmieriger Popsong in seiner Minimalversion. Und Kelley Deal in der immer wechselnden Rolle der Heiligen und der Schrecksirene. Ein etwas schräger, trashiger Humor durchzieht das Album, doch gerade darum dürften hier auch Leute, die mit den BREEDERS weniger anfangen können als z. B. mit ANN MAGNUSON oder MY LIFE WITH A THRILL KILL KULT, voll auf ihre Kosten kommen.



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aus Intro #37 (September 1996)
 
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