BEWERTEN
 

Thomas Karsten

»Lust an sich«

[Konkursbuchverlag, ISBN 3-88769-092-3, 152 S., DM 78,-]

Text: Autor unbekannt

Der Titel des neuen Fotobandes \"Lust an sich\" von Thomas Karsten ist wörtlich zu nehmen. Die Fotografien lenken das öffentlich-heimliche Betrachterauge auf die Lust der überwiegend weib­lichen Modelle an sich selbst, am eigenen Körper, am eigenen Bild vom Körper. Die Akte ent­puppen sich als Inszenierung des privat-intimen Charakters der Ich-Sexualität, sie sind mehr ein Spiegel als ein Abbild. Der männliche Blick fehlt - Thomas Karsten verstand es, diesen sonst dominanten Blick in eine Persönlichkeitsgeste umzuwandeln. Das ist gelungen, weil die Modelle nur die \"Lust an sich\" zelebrieren. Ihre Nacktheit beziehen sie auf sich selbst.

Die dadurch ent­stehende Distanz zum Gegenüber verändert die Zuschauersichtweise: ein Wechsel vom Voyeu­rismus zum unverkrampften Betrachten.



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aus Intro #35 (Juni 1996)
 
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