BEWERTEN
 

Crazy Gods Of Endless Noise

»Jugfill«

[BMG]

Text: Autor unbekannt

Daß die Briten nicht sehr lange auf Major-Angebote würden warten müssen, war mir eigentlich schon klar, nachdem ich ihren 6-Track-Erstling 'Inflatable Geek' zum ersten Mal gehört hatte. Daß aber dennoch fast zwei Jahre und eine weitere EP ('Fortified We Flavin De Magic') ins Land ziehen sollten, ehe das erste komplette Album zur Veröffentlichung ansteht, erstaunt mich doch ein wenig. Egal, nun endlich ist es soweit. Mit 'Jugfill' erfüllen die CRAZY GODS genau die Erwartungen, die ich an das neue Material geknüpft hatte. Ungestüm und unkonventionell zelebriert das Trio sein Verständnis von musikalischen Zusammenhängen. Die wichtigste Komponente dabei ist, daß es erst einmal ordentlich groovt.

Ist diese Voraussetzung erfüllt, wird das Gerüst mit allerlei Versatzstücken aus den verschiedensten Richtungen aufgefüllt. Funk, Soul und Jazz werden mit fettem Gitarrengegrätsche und irrwitzigen Samples verknüpft, während im Hintergrund eine Flöte fiedelt und ein lasziver Gesang über allem säuselt. Vergleiche zu den RED HOT CHILI PEPPERS oder FAITH NO MORE ergeben sich dabei nicht zwangsläufig, denn die CRAZY GODS bauen ihre ganz eigenen musikalischen Sphären, in denen sich von ABBA bis ZAPPA eigentlich so ziemlich alles wiederfindet. Ernsthaftigkeit ist nicht das lyrisch-musikalische Selbstverständnis dieser Band, und gerade das läßt diese Platte so beschwingend frisch klingen. Zwar finden sich auf diesem Longplayer auch zwei bereits veröffentlichte Stücke, doch erscheint mir das legitim, denn erstens kennt nicht jeder ihre MCDs und zweitens handelt es sich bei 'Büstenhalter' und 'Godloop' sowieso um überarbeitete Fassungen. Insgesamt hat 'Jugfill' das Zeug, eine der Platten des kommenden Sommers zu werden.



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