BEWERTEN
 

RAGE AGAINST THE MACHINE

»Evil Empire«

[Sony]

Text: Autor unbekannt

Nach „nur' drei Jahren haben es Zack de la Rocha und Co. endlich - nach mehrmaligen Ankündigungen und darauffolgenden Dementis - geschafft, den Nachfolger ihres bombastischen Debüts abzuliefern. Natürlich steigern sich die Erwartungen mit der Spanne der zeitlichen Verschiebung ins Unermeßliche. Schließlich scheint das Erwartete wie ein tonnenschwerer Klotz auf einem zu lasten und macht den Fluß der Kreativität nicht gerade flüssiger. Mit solchen Problemen mußten sich auch RAGE AGAINST THE MACHINE rumschlagen, wenn man den Gerüchten in der Presse Glauben schenken darf. Angeblich war man bereits mehrmals im Studio, doch es fluppte nicht so wie erhofft.

Dann soll angeblich genügend neues Material eingespielt gewesen sein, was von der Plattenfirma aber nicht als gut genug befunden wurde. Wie gesagt: Gerüchte. Ob’s stimmt, weiß man nicht. Was man aber weiß, ist, daß das langersehnte Werk unter dem Titel „Evil Empire' nun endlich in den Läden steht. Und das ist besser als erwartet ausgefallen. Musikalisch hat sich nicht viel verändert, was in diesem Zusammenhang auch nicht nötig ist (never change a winning team), und wie immer stehen de la Rochas sozialkritischen, politischen Aussagen, die er gewohnt aggressiv und ätzend über die musikalischen Ergüsse seiner Mitstreiter rap-rotzt, als würde ihm jeden Moment die Galle übergehen, im Mittelpunkt. Überhaupt scheint die Message, mehr als wahrscheinlich zuerst gewollt, langsam den musikalischen Teil in den Hintergrund zu drängen, denn die spricht der Masse (wer ist das?) direkt aus der Seele, wenn es um Marionetten-Politiker, korrumpierte Macht, Ausbeutung, Unterdrückung, Recht und Unrecht geht. Aber das soll sie nicht abwerten, denn die Message knallt und hat die Wucht eines gutgezielten Handkantenschlags. Wie immer werden Hardcore- und Metalstilistiken zusammengemanscht und aufs härteste gepreßt. Sound und Wort gestalten hier ein Gesamtwerk, das an die Energie und Durchschlagkraft eines Trommelrevolvers erinnert und mit dem Opener „People Of The Sun', „Bulls On Parade' und „Year Of Tha Boomerang' potentielle Hits aufweist. Für mich das Spektakel des Monats an der Die-Hard-Front und somit 100.000 pc-Punkte wert.



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