Ken Saro-Wiwa
»Flammen der Hölle - Nigeria und Shell«
[rororo, ISBN 3-499-13970-7, 256 Seiten, mehrere Karten, DM 18,90]
Text: Autor unbekannt
Irgendwas kann hier nicht stimmen. Ein Manager wirbt für ein Buch, in dem seine Firma - die mit der Muschel - eigentlich ziemlich schlecht abschneidet. So geschehen in der Frankfurter Rundschau: \"Es ist ein bewegendes Buch. Es ist Dokument für die Gefühle des Menschen Ken Saro-Wiwa und ein Dokument über die politischen Verhältnisse in seinem Land.\" Wohlgemerkt, dies sagt einer, dessen Konzern noch vor knapp einem halben Jahr die Polizeitruppen Nigerias mit Waffen versorgen ließ. Wohl ein schlechtes Gewissen, oder was?
Daß Saro-Wiwa aber auch Schriftsteller ist, wird allzuoft vergessen. Sein Talent, wortgewaltig die Mißstände seiner Heimat anzuprangern, stellt er in diesem Buch eindringlich unter Beweis.
Wie kaum ein anderer Menschenrechtsfall in Afrika - vielleicht noch derjenige von Nelson Mandela - hat das Schicksal des Ogoni Ken Saro-Wiwa im letzten Jahr das Gewissen der Weltgemeinschaft berührt. Aber der Kampf geht weiter, denn noch immer schlachten die Ölmultis Shell, Elf und Konsorten das angestammte Land der Ogoni und anderer Ethnien im Südwesten Nigerias auf brutalste Weise aus. Riesige Umweltschäden und ruchlose Menschenrechtsverletzungen werden einfach eingeplant und totgeschwiegen. Nun, vier Monate nach der Hinrichtung des Schriftstellers und Bürgerrechtlers durch die blinde und gewalttätige Militärjunta, entsenden die Vereinten Nationen endlich eine Untersuchungskommission in das westafrikanische Land. Für Ken Saro-Wiwa leider zu spät.
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