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Soul Coughing

»Irresistible Bliss«

[Metronome / VÖ: 14.05.1996 ]

Text: Autor unbekannt

SOUL COUGHING fließen. Das war auf 'Ruby Vroom' so, das geht auf 'Irresistible Bliss' weiter. Woher das Fließen kommt, erkärt sich an jedem Song. Da ist dieser genervte New Yorker, der sich in der überfüllten City ein 'Super Bon Bon' auswickelt, während um ihn herum 13 Baustellen ihre Geräuschoper auf ihn ergießen. Er kann damit umgehen, findet seinen Groove, hier lebt er. 'Soft Serve', ein Intermezzo im Fahrstuhl zur Hotelbar, geschmeidige Pianos und Sternschnuppen. Woher diese Assoziationen kommen, erklärt sich am Einsatz von Geräuschsamples, die jeden Song zu einer kleinen Filmszene machen. Jeder Song ist irgendwo, wird transportiert und auf Bühnen gestellt, sei es durch Samples irgendwelcher großer Tiere, Schnipseln von Mellotronen oder Sci-Fi-Sounds, nichts ist für Mark De Gli Antoni unverwertbar ('Mit Mark in einer Band zu sein, ist so, als wäre man mit dem Wetter in einer Gruppe').

So spielt 'Soundtrack To Mary' - wenn auch nicht textlich - vor der Orgel eines Stummfilmkinos. 'Lazybones' öffnet mit Sitars und reichlich sphärischem Ambiente den Blick auf weit Entferntes (Space!), tieferes Inneres, vielleicht, um den eigenen Rhythmus zu finden. Eine kleine Vorgabe hierfür geben Schlagzeug und Kontrabass, eine Einheit, die sich unbeeindruckt von allem um sie herum ihrem Metrum und Groove - in 'White Girl' shufflend, jedenfalls fast - verschreibt. Wenn der angenehm schnodderige Sänger und Kopf der Band, M. Doughty, in '4 Out Of 5' recht seltsame Rechnungen vornimmt, bewegt sich das Klangbild auf fantastisch imaginäre Weise ins Off, wo sich Ambient-Fans und HipHopper in die Arme fallen. 'Paint' ist so dickflüssig wie die Substanz, um die es geht. Ein Wiederhören mit der merkwürdigen Big Band, die nur ein ganz paar Sachen drauf hat, die aber ziemlich gut aneinanderhängt, spielt in 'Disseminated' zum Charleston der zweiten Generation auf. 'Collapse' legt ein auf jeden Fall aber für diese Band untypisches, fast schon halsbrecherisches Tempo vor. Der hauptsächlich ruhige Ausklang mit 'Sleepless', dem Song für Kinder, die abends eben nicht zum säuseligen Plingpling ihrer Spieluhr einschlafen wollen, und 'How Many Cans', einer ironischen Ballade um die Hauptfrage 'Wie viele Bierdosen muß ich aufhäufen, um dich aus meinem Kopf zu spülen?', beenden das Album, nicht ohne in 'The Idiot Kings' hitverdächtig darauf hinzuweisen, daß in der Welt der Schwachköpfe 'everything fine fine fine' ist. Bleibt nur noch zu ergänzen: 'Everything flows flows flows.'



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