BEWERTEN
 

THE HIGH LLAMAS

»Hawaii«

[Sony / VÖ: 26.01.1998 ]

Text: Autor unbekannt

Eine merkwürdige Platte. Mit Bläsern, Streichern, Keyboards und allerlei analogem Synthiekram bewaffnet, legt Sean O'Hagan (Ex-MICRODISNEY, Ex-STEREOLAB-Gastbasser) mit seinen HIGH LLAMAS nun das vierte Album vor, das über eine Spielzeit von 74 Minuten easy listening- und Kraut-Ansätze verbindet. Interessante Sounds finden sich zuhauf, die die Grundlage für die Kopplung der verschiedenen Stücke bilden. So kann man die ganzen Songtitel eigentlich streichen, denn bereits angeschnittene Themen werden leicht verändert immer wieder aufgegriffen, was zwar an sich interessant ist, hier allerdings zu einer Gleichförmigkeit sondernormen führt. Bei den Stücken mit Gesang fühlt man sich allzuoft an 10CC erinnert, auch weil die Harmonien nicht einer gewissen leichten Griffigkeit entbehren, etwa bei 'Nomads' oder 'Dressing Up The Old Dakota'.

So kann man sich von 'Hawaii' zwar angenehm umspülen lassen, erwähnte Gleichförmigkeit wird aber auf kurz oder lang immer wieder leichte Verstimmung hervorrufen, da hier vorhandenes Potential allzu minimalistisch im eigentlichen Sinn in Szene gesetzt wurde. Vielleicht mag als Erklärungsansatz auch der rhythmische Rahmen dienen, der größtenteils von percussiven Elementen gebildet wird. Oder anders gesagt: Schuld war nur der Bossa Nova ... Zu diesem Album soll ein viertelstündiger Kurzfilm in den Kinos anlaufen, der als Vorfilm präsentiert werden wird. Auf diese Länge reduziert wäre 'Hawaii' richtig empfehlenswert.



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