BEWERTEN
 

Mark Stewart

»Control Data«

[Mute / Intercord]

Text: Autor unbekannt

Pünktlich zum Frühlingserwachen taucht der Mann aus Bristol wieder auf: Kongenial abgemischt vom Mastermind des „On-U Sounds', ADRIAN SHERWOOD, fliegen dem Hörer die Effekte aus Beeps und Klongs, Hall, Phaser und Verzerrer nur so um die Ohren. Während einige Stücke ('Dream Kitchen', 'Forbidden Love', Red Zone') so gar nicht avantgardistisch an den Synthie-Pop der 80er Jahre erinnern (HUMAN LEAGUE, FAD GADGET), beginnt mit dem vierten Stück, 'Skorpio', der Spaß und für STEWARTs Begleiter, THE MAFFIA, der Einsatz. Schwere Baßläufe, Reggae-Versatzstücke und Dubsounds kreiseln aus den Lautsprechern, dazu die instrumentalisierte Stimme MARK STEWARTs, die mehr einem Vocoder und einer Flüstertüte ähnelt.

Mit 'Consumed', 'Data Blast' und 'Digital Justice' wird der Griff in die Soundkiste zum brachialen Erlebnis. Während Techno-Sounds hämmern, schrammen Metal-Gitarren die Musik auf Werkstattgröße. Klar, das ist kein Avantgarde für die 90er mehr, denn der Mainstream (MINISTRY, KRUPPS) hat längst radiokompatibel aufgeholt. Dennoch ein Kompliment: für die Hitparaden ist diese vierte CD immer noch zu sperrig und LIVE die ganze Musik (so gesehen im Hamburger Musikclub 'Knust') eine Offenbarung.



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