BEWERTEN
 

Wim Wenders

»Written in the West - Photographien aus dem amerikanischen Westen«

[Schirmer/Mosel, ISBN 3-88814-800-6, 100 Seiten, 62 Farbtafeln, DM 49,80]

Text: Autor unbekannt

Im Sommer 1983, vor den Dreharbeiten zu 'Paris, Texas', schwang sich Wim Wenders in seinen Jeep, warf das Gepäck - eine Mittelformatkamera und hundert Hektoliter Sonnenöl - auf den Rücksitz und fuhr heiteren Gemüts der staubigen Hitze des amerikanischen Westens entgegen. Dort, in der Prärie, cruiste der Cineast, die Makina-Plaubel 6x7 stets griffbereit, monatelang mutterseelenallein und noch dazu die meiste Zeit ohne Musik umher, von Texas bis Arizona, von Kalifornien bis New Mexico, in der Hoffnung, 'durch das Photographieren mein Verständnis und mein Einfühlungsvermögen für dieses Licht und diese Landschaft zu schärfen' (Wenders).

Was ihm gelungen ist, wie sowohl der Spielfilm als auch der nun bereits in dritter Auflage vorliegende Bildband 'Written in the West' - als Nebenprodukt dieser akribischen Recherche - vorzüglich dokumentieren. Wenders’ Photographien von Freeways, Tankstellen, Motels, Natur und Neonreklamen strahlen genau jene Stille, Weite und Verlassenheit aus, die auch 'Paris, Texas' zu einem der herausragendsten Filmereignisse der Achtziger werden ließen.
Mochten seine - zum Glück seltenen - poetischen Ergüsse ('Einmal') auch den Schwachsinn streifen, Photographieren, das kann er, der Wim.



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aus Intro #34 (Mai 1996)
 
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