BEWERTEN
 

Geto Boys

»The Resurrection«

[Rap-A-Lot / Virgin / VÖ: 04.04.1996 ]

Text: Autor unbekannt

Nach persönlichen Reibereien, die zur zweitweisen Auflösung führten, und verschiedenen Soloplatten sind Hustons GETO BOYS wieder in Originalbesetzung - WILLIE D., BUSHWICK BILL und SCARFACE - vereint. Die spannende Frage bei derlei Wieder-Zusammenkünften von Gruppen, die eh schon Geschichte geschrieben haben, ist immer, wie und ob die Chemie von einst wiederherstellbar ist. Die Falle schnappt nur allzuoft zu, weil eben versucht wird, auf, was Style und Feeling betrifft, Bewährtes zurückzugreifen. So hatten sich die GETO BOYS mit spartanischen Beats, dusty Soul-Grooves und knallharten Block-Geschichten sowohl einen ewigen Namen erarbeitet als auch das Fundament für Gangsta-HipHop gelegt.

Jenes Genre, mit dem die amerikanische Öffentlichkeit endlich den moralischen Zeigefinger erheben konnte und all die Schlechtigkeit der Welt in persona des kriminellen schwarzen Jugendlichen orten konnte. Daß damit im HipHop gut gelebt werden kann, wird niemand bestreiten. Nur daß ein Teil der Bevölkerung damit nicht sehr lange lebt und sich am Zustand der Perspektivlosigkeit nichts ändert, mag vielleicht den einen oder anderen zu einem Lippenbekenntnis nötigen. Danach aber wird zum Tagesgeschäft, wir bauen fleißig bombige Beats und mimen den Bösen Buben, übergegangen. Kritik darf mensch üben, aus eigenen Reihen aber nicht, versaut das Geschäft. Und genau das tun GETO BOYS. Mit 'Resurrection' schlüpfen sie mehr und mehr in die Rolle von Kommentatoren, stellen Zusammenhänge her und dokumentieren zugleich den Stand der Dinge. Der Moral halten sie den eigenen Spiegel vor und legen damit mehr Zündstoff, als DEATH ROW mit all ihrem Superpower-Gefasel jemals erreichen wird. Der Weg zur Veränderung kann nur mit den eigenen Leuten gehen, und genau denen sind GETO BOYS verbunden. Zudem sind sie schon so lange im Geschäft, daß sie genau wissen, wie eine Platte zu klingen hat, damit sie gehört wird, legen locker einige smoothe und harte G-Funk-Nummern aufs Parkett. Traditionell widmen sie sich auch einem klassischen Song, auf der vorliegenden Platte von 'Mind Of A Lunatic' nach BILL WHITERS über 'Hard Times' von C. MAYFIELD bis hin zu 'The World Is A Ghetto' von WAR. Die eigentliche Chemie der Platte ist jedoch weniger die Musik als vielmehr die Verbindung der Rapskills der drei, die in Härte und Klarheit nach wie vor im Genre des Gangsta-HipHop ihresgleichen suchen, messerscharf und variabel. So gelingt es ihnen, wichtige Bestandteile ihrer (tragischen) Magie punktgenau einzusetzen, damit entgehen sie der Falle einer klassischen Eigen-Kopie, indem sie neue Akzente setzen und nicht bei Bewährtem verharren.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
Geto Boys
Alle Artikel von Autor unbekannt
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 
 
Anzeige
 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]