BEWERTEN
 

Die hl. drei Könige

»Pogo Lounge«

[WEA]

Text: Autor unbekannt

Tja, liebe „WEA', mit so einem Hochglanz-Karnevalsprospekt wie Eurem Info zu dieser CD nehmt Ihr der Band direkt jede Chance auf Glaubwürdigkeit und Bodensatz. Drei auf „lustig' gestylten Bubis zehn Jahre nach dem Koitus Kommertialus der BRIEFTAUBEN, LUSTFINGER und Konsorten noch den Punk abzukaufen, funktioniert höchstens noch über den gut ausgebauten ÄRZTE-Highway. Ich tippe mal, genau dort soll das Monarchentrio mit seinem Kahn auch rumgurken. Was ist? Sex gut? Bekanntermaßen lassen 1996 auch brutale Anarcho-Punkbands wie GREEN DAY das ein oder andere Fan-Höschen feucht werden, was den etwas gelack(meier)ten Bildbrand erklärt. Aber wer eine Punk-Band mit EXTRABREIT auf Tour schickt, hält den Appendix „Imageproblem' ohnehin für ein Fremdwort, woll? Na ja, auf ‘nem kleinen Label mit weniger Budget für Kunst und Körper hätte der heilige Verein hier durchaus ‘ne reelle Chance.

Von dem Vollfett-Bratsound wäre dann eventuell etwas weniger im CD-Schlitz versuppt, von den penetranten Backing-Chören mal ganz zu schweigen. Aber vielleicht hat die „WEA' mit ihrem bunten, bedruckten Helau ja doch recht: Immerhin covern die blauen Bluter Gildos Erz-Hit „Fiesta Mexicana'. Dazu kann man sich vor der Hiffi-Anlage auch prima die Hirse zuballern, während sich die blöden Punks mal wieder mit den Bullen kloppen.



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aus Intro #34 (Mai 1996)
 
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