BEWERTEN
 

SteveWestfield and the Slow Band

»Reject Me ... First«

[Glitterhouse]

Text: Autor unbekannt

Als STEVE WESTFIELD weiland das Vorprogramm von SEBADOH bestritt, zeigte sich des Mannes anarchistische Subversivität am lebenden Beispiel. Drei Stücke spielte er, davon als erstes einen vollkommen improvisierten Blues, zu dem er die Keyboarderin von SMOG zwangsverpflichtete, dann mußte ein Song unterbrochen werden, weil er unbedingt den T-Shirt-Verkäufer zu einem Solo auf die Bühne holen wollte. Und so ging das weiter. Dieses eher destruktive Verhalten zeigt sich auf der nunmehr zweiten Platte der Band in Ansätzen auch. Der Titel ist somit weniger resignativ als provokativ zu sehen. Die SLOW BAND trägt ihren Namen zu Recht - und auch wieder nicht.

Die Songs sind vorwiegend slow. Allerdings keineswegs spannungsarm, da der Meister alle Register der dynamischen Manipulation zieht. Von der Gitarrenattacke bis zum „grinding Halt' ist alles drin. Und dann gibt es immer wieder diese irritierende - da ungewohnte - Posaune, die Steves Gesang mal konterkariert, mal unterstützt. Das tut auch Backgroundsängerin Christine Geisler, die Steves eher unheilvollem Vortrag eine warme Note verleiht. Die Musik ist an traditionellen Genres wie Blues oder Country ausgerichtet - allerdings wirklich nur das. Zu düster und unkonventionell sind WESTFIELDs Songstrukturen, als daß man wirklich mit Kategorisierungen weiterkäme. Und damit sich der Kreis schließt: Daß die Sache manchmal an SEBADOH gemahnt, hat einen einfachen Grund: LOU BARLOW (und Murph vom DINOSAUR) persönlich ließ es sich nicht nehmen, dem Meister unter die Arme zu greifen. 5 Ullrich Maurer



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aus Intro #33 (April 1996)
 
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