BEWERTEN
 

Scheer

»Infliction«

[4AD / Rough Trade / VÖ: 09.04.1996 ]

Text: Autor unbekannt

Hach. Schöööne Platte. SCHEER schaffen es auf wundersame Weise, wie ein Bastard aus SHUDDER TO THINK und den CRANBERRIES zu klingen. Wie so was funktionieren soll? Nun, zugegeben, die fast schon geniale Vertracktheit der erstgenannten geht ihnen etwas ab, trotzdem gibt es immer wieder ganze Instrumentalpassagen, die haargenau so auch auf 'Pony Express Record' stehen könnten. Die leichte Schwermut und die Intonation der Schmeichlerin am Mikrophon dagegen kommen schwer CRANBERRig daher, nur - sie nervt nicht, da nicht penetrant zwischen Kopf- und Bauchstimme umgeschaltet wird. Höre „Demon', verstehe und schmelze dahin. Tonangebend sind die vielen ruhigen Passagen, „Babysize' sei hier als Beispiel genehm - stimmiger kann ein Songaufbau kaum sein.

Die angenehme Produktion, die zwar saftig, aber nicht übertrieben wirkt, verstärkt diesen Eindruck noch, der Hörer wird quasi für unmündig erklärt und, ob er will oder nicht, dazu verführt, sich immer weiter zu entfernen, treiben zu lassen und nur durch kurze Aha-Effekte („Screaming') zurückzukehren. Hach. Schwer beeindruckend. 5 Christian Kruse



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