12 Monkeys
»USA 1995«
[R: Terry Gilliam; D: Bruce Willis, Madeleine Stowe, Brad Pitt, Christopher Plummer]
Text: Autor unbekannt
James Cole weiß (Bruce Willis), daß nichts mehr zu retten ist. Im Dezember des Jahres 1996 wurde ein tödlicher Virus freigesetzt, dem 99% der Menschheit zum Opfer fielen. Die Überlebenden zogen sich unter die Erdoberfläche zurück und begannen nach einem Weg zu suchen, der sie aus ihrem Gefängnis befreien könnte.
Aus der Hölle seiner Zukunft zurückgeschickt in unsere Gegenwart soll Cole den Virus zu seinem Ursprung zurückverfolgen und Informationen sammeln. Im Jahre 1996 aber ist er nur ein weiterer Verrückter, der vor der unerträglichen Realität in den Wahn geflohen ist. Er wird in eine psychiatrische Klinik eingeliefert und schon bald ist es sein größter Wunsch, wirklich geisteskrank zu sein: Das kalte Philadelphia, unsere zerfallende, verrottende Welt ist für Cole das Paradies, in dem es Wunder wie Luft und Musik gibt, ein Ort, an dem er noch eine Ahnung davon verspürt, was es mal bedeutet hat, ein Mensch zu sein.
Was wäre, wenn unsere Realität gar nicht existiert, sondern nur ein schöner oder schrecklicher Traum ist, der uns fernhält von einer Wirklichkeit, von der wir nicht wissen sollen oder wollen?
Was würde uns erwarten, wenn wir aufwachen? Was, wenn unsere Gegenwart wirklich schon die beste aller möglichen Welten ist?
Das Leben, gesehen durch die Augen eines “Verrückten”, angesiedelt im Universum eines der konsequentesten Individualisten - Terry Gilliam verbindet in seinem neuen Film die Melancholie von “The Fisher King” mit der bizarren Vision von “Brazil” und schickt den Zuschauer in ein einmaliges Bilder-, Gedanken- und Gefühlslabyrinth. Mit “12 Monkeys” beweist Gilliam nicht nur, daß man sich an große Themen wie den Verlust der Menschlichkeit und das Ende der Welt wagen kann, ohne gleich banalen Schwachsinn oder pseudointellektuellen Krampf zu produzieren, der Film, so verstörend er sonst sein mag, verleiht einem darüber hinaus das beruhigende Gefühl, daß das Kino auch nach 100 Jahren immer noch in der Lage ist, sich vollkommen neu zu erfinden.
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