From A Whisper To A Scream
»Seam«
Text: Autor unbekannt
Die Sache mit dem „Augen zu und durch“ scheint bei SEAM eine etwas andere Bewandnis zu haben, da rund ein Drittel der Anwesenden dem Geschehen lieber in eben jenem Zustand beiwohnt. Kein Wunder, schließlich ist ein Konzert des Chicagoer Quartetts eine überaus emotionale Angelegenheit, eine akustische Achterbahnfahrt durch die unterschiedlichen Extreme menschlichen Empfindens. SEAM gehören zu den wenigen Bands, die ihre stark gefühlsbetonten Kompositionen nicht durch ein unerträgliches Maß an Pathos der Lächerlichkeit preisgeben, sondern stets ihre Authentizität und Glaubwürdigkeit bewahren. Im Programm des Vierers ist kein Platz für aufgesetztes Stage-Acting, für pseudo-cooles Gehabe oder sonstige Plattitüden.
Glühende Gitarrenkaskaden treffen auf introvertierte, verhaltene Parts, während Sänger Sooyoung sein Innerstes nach außen kehrt - schreiend, flüsternd, um im nächsten Moment vom massiven, dunkel schimmernden Wall Of Sound aufgesogen zu werden. Das treibende, kompakte Zusammenspiel der vier Musiker und die konstanten Klangpole aus leisen, mystischen Passagen und pulsierenden Saitengewittern verleihen Songs wie „Bunch“, „Sky City“ oder „Haole Redux“ etwas Majestätisches und sorgen im Zuschauerraum für eine Art Massenhypnose, der man sich nur schwer entziehen kann. Kaum jemand im Publikum, der nicht sichtlich beeindruckt ist. Selbst die Band macht einen äußerst gelösten, zufriedenen Eindruck, und so läßt Sooyoungs scheues Lächeln nach Beendigung des Sets bereits auf ein baldiges Wiedersehen hoffen. Im Ernst: was wäre wünschenswerter?
Artikel kommentieren
Mehr Infos
From A Whisper To A ScreamAlle Artikel von Autor unbekannt
Diese User besitzen die Platte
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen




