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Othello

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[R: Oliver Parker; D: Laurence Fishburne, Irène Jacob, Nathaniel Parker, Kenneth Brannagh / VÖ: 22.02.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Nach fast vierhundert Jahren \"Othello\", nach hundert Jahren Filmgeschichte, darunter Versionen von Orson Welles und Laurence Olivier, nun die erste Verfilmung, in der ein Schwarzer die Rolle des Schwarzen spielt. Othello (Laurence Fishburne), der maurische Oberbefehlshaber der venezianischen Truppen, ernennt seinen treuen Untergebenen Cassio (Nathaniel Parker) zu seinem ersten Offizier. Dies weckt den Neid Jagos (Kenneth Brannagh), der auf den Posten spekuliert hat und nun, unter dem Deckmantel der guten Freundschaft, Othello den Floh ins Ohr setzt, Desdemona, seine frischangetraute Frau (Irène Jacob), würde ihn mit Cassio betrügen.

Jago spinnt sein Intrigennetz nach und nach immer enger, bis schließlich Othello im Wahne der Eifersucht seine geliebte Desdemona ermordet.
Zu befürchten war ja, daß es dem armen Shakespeare-Stück so ergeht wie in den letzten Jahren so manch netter alter Geschichte, die im Zuge der planlosen Neunziger ihrer ultimativen, bombastischen Endversion zugeführt wurde, man denke da an die lieblosen Heissa-Hoppsa-Filmchen \"Robin Hood\" und \"Die drei Musketiere\" oder an überladenes Geschmarre wie Coppolas \"Dracula\" und Kenneth Brannaghs \"Frankenstein\" mit ihren virtuosen, aber hirnverbrannten Farbkompositionen, Kamerafahrten und Überblendungen.
Oliver Parker, der Regisseur des neuen \"Othello\", ist, so scheint's, weder spekulativer Weichspüler noch ehrgeiziger Masturbant, sondern er zeigt seinem Stoff gegenüber Respekt. Denn obwohl er es auch mal gerne krachen läßt, wenn literweise lecker Kunstblut strömt oder die Celli unheilschwanger schrummeln, so fügt er dem Stück doch kaum mehr hinzu, als ein guter Krimi braucht, und läßt ansonsten den Schauspielern nicht nur genügend, sondern durch die hohe Zahl an Großaufnahmen mitunter sogar sehr viel Raum, ihr Können zu beweisen. Vor allem der Einsatz der subjektiven Kamera für Jagos intrigantes Beiseite-Sprechen ist ein kleiner, doch wirkungsvoller Kunstgriff.
Kenneth Brannagh, der alte Angeber, der dabei so richtig vom Leder ziehen darf, sollte sich also für seine nächste Regiearbeit (Omeiomei: Hamlet) von Parker inspirieren lassen zu einer Shakespeare-Darbietung ohne allzuviel interpretatorischen und inszenatorischen Schnickschnack.



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