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»Sleeping Bugs«
[Big Cat / RTD / VÖ: 01.04.1996 ]
Text: Autor unbekannt
RAISSA sind ein relativ frisches Trio aus ... Bristol und knallen selbst dem weniger schubladendenkenden Rezensenten mit voller Breitseite entgegen. Hier wird wirklich alles durcheinandergeworfen, gequirlt und gemixt. Das meistens sehr groovige und tanzbare Album eröffnet 'The Beach' richtungsweisend, folgt der potentielle Dancefloor-Kracher 'Summer Parade', ehe mit 'Your Summertime' die wohl herrlichste Schmalznummer der letzten Jahre die sich ausbreitende Atmosphäre zum ersten Mal gehörig durcheinanderwirbelt. Mit einer so ausbalancierten Akustikgitarre, daß man am liebsten hinter die Boxen kriechen möchte, während textlich am Ende der Kontrapunkt gesetzt wird, der im Verlauf des Albums noch häufiger auftauchen wird.
In immer anderer Ausprägung, versteht sich. So erweist sich 'Taxi Moon Club' als eine Mischung aus TALK TALK-Ambiente mit dezent im Hintergrund gehaltener Mark Knopfler-Solopartie, während man das Resultat, wieder aufgrund dieses Grooves, wahlweise mit TripHop oder Ambient bezeichnen mag. Der eine liest, der andere denkt - „das kann man doch nicht machen.' RAISSA können. Denn irgendwann verschmilzt dieser Cocktail zu einem süßen, homogenen Etwas. Gerade die Tatsache, daß auf dem hier vertretenenen Gefüge aus beinahe magischem Gesang, Atmosphäre, Harmonieverständnis und Rhythmusgefühl bis dato immer noch allzuselten Wege mit einer derartigen Verspieltheit und doch spielerischen Leichtigkeit beschritten werden, macht 'Sleeping Bugs' zu einer richtig coolen Angelegenheit. Das GARY NUMAN-Versatzstück im WIRE-Cover 'Heartbeat' mit der wieder bis an die Grenze der Wahrnehmbarkeit zurückgenommenen Baßlinie, Fragmentales auf 'Inklings', mit 'We Can't All Be Angels' Chansoneskes - die Mischung macht's. Für die klassische Sommer-Cabrio-Freibad-Platte kommt sie etwas früh, für den Frühling aber reicht es allemal ...
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