BEWERTEN
 

Cindy Dall

»Untitled«

[Domino / RTD / VÖ: 05.03.1996 ]

Text: Autor unbekannt

CINDY DALL ist die ungekrönte Mistress of Tristesse. Durchaus nachvollziehbar, wenn man jahrelang mit Bill Callahan (alias SMOG) um die Häuser gezogen ist, ständig auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Würde mich doch sehr wundern, wenn der depressive Bill nicht auch hier maßgeblich seine Finger im Spiel hatte, denn 'Untitled' trägt unverkennbar SMOGs bleiche Handschrift, mal abgesehen von Cindys omnipräsenter Mädchenstimme, die in ihrer Naivität und Transparenz frappant an die jungfräulichen Sirenen in Warren Defevers „4AD'-Projekt HIS NAME IS ALIVE erinnert. Im direkten Vergleich zu SMOGs letztjährigem Opus „Wild Love' fällt diese Veröffentlichung gleich ein ganzes Stück spartanischer aus und scheint mit ihrer sparsamen Instrumentierung und den verhaltenen Arrangements nicht selten auf Callahans frühe Sachen zu verweisen.

Eine überaus fragile, zuweilen gespenstische Erfahrung in dunkel-frostigem Ambiente für Leute, die sich mit Vorliebe Gedanken über ihre Beerdigung machen.



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