Angels & Insects(nach einem Roman von A. S. Byatt)
»GB 1995«
[R: Phillip Haas; D: Mark Rylance, Kristin Scott Thomas, Patsy Kensit]
Text: Autor unbekannt
England im l9. Jahrhundert: Darwins
Evolutionstheorie verbreitet sich in der langsam, aber sicher dahinwelkenden viktorianischen Gesellschaft. In dieser Zeit des Umbruchs kehrt der Naturforscher William Adamson (Mark Rylance) nach einer langen Amazonasexpedition ins Königreich zurück, verliert aber bei einem Schiffsunglück alle seine wertvollen Aufzeichnungen. Nun muß er sich als Berater und Archivar des reichen Hobbyetymologen Harald Alabaster über Wasser halten, verliebt sich in dessen Tochter Eugenia (Patsy Kensit) und heiratet sie schließlich. Doch das Eheglück ist nicht von langer Dauer, denn der eifersüchtige Bruder Edgar drängt sich immer mehr in die Beziehung.
Sieht der Film aber zunächst wie ein normales Kostümdrama aus, so entwickelt sich die Handlung schnell zu einer subtilen Gesellschaftskritik, in der der Untergang der dekadenten Aristokratenklasse und der Aufstieg eines selbstbewußten Bürgertums beschrieben wird. Der ausschweifende Lebensstil und die inzestuösen Beziehungen der oberen Klassen finden ihr Gegenstück in den sozialen Strukturen des Ameisenstaates und dem rationalistisch-aufklärerischen Gedankengut Adamsons und Mattys. So werden Szenen wie die der netten Kaffeegesellschaft im herrschaftlichen Park schnell in ein anderes Licht gerückt, wenn sich plötzlich Tausende von Flugameisen auf weißen Rüschenkleidern und Sahnetörtchen niederlassen und damit eine Panik auslösen. Unter der gezierten Oberfläche des aristokratischen Lebens lauert immer etwas Morbides und Urwüchsiges, das in seiner Stimmung nicht selten an ältere Werke Peter Greenaways erinnert.
Näheres zur Filmmusik entnehmt bitte dem Artikel zum BALANESCU QUARTETT.
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