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»The Herd«
[Tim Kerr Rec. / RTD]
Text: Autor unbekannt
Ähnlich wie bei den RAMONES ist eine neue Platte der WIPERS immer so etwas wie lebendiger Geschichtsunterricht: Zu solch denkwürdigen Anlässen werden alte Stories wieder ausgegraben, alle erdenklichen Querverbindungen hergestellt und haufenweise Statements über den maroden Zustand der einmal als 'US-Independent-Szene' bekannt gewordenen Konstruktion gemacht, deren Flaggschiff die WIPERS nun mal waren und immer noch sind. Es wäre auch zu einfach, bloß zu erwähnen, daß 'The Herd' wieder ein gutes Stück typisch WIPERscher Musik geworden ist und dabei in seiner Gradlinigkeit wieder eher an die Zeiten vor 'The Cirle' erinnert, obwohl damit das Wichtigste gesagt wäre.
Und GREG SAGE würde sich freuen, die Musik ohne den Ballast zusätzlicher Information alleine für sich sprechen lassen zu können. Man könnte noch erwähnen, daß dies bereits die zehnte Veröffentlichung der WIPERS ist und daß wir ihnen ja so dankbar für Grunge sind, dann könnten wir vielleicht eine kurze Trauerminute für 'unsern Kurt' einlegen, der die WIPERS doch auch immer so toll fand und trotzdem tot ist, und schließlich noch einige dicke Krokodilstränen über die gute alte Zeit vergießen, als das Musikbiz noch nicht so korrumpiert war.
Bleibt noch zu erwähnen, daß SAGE sich auch auf 'The Herd' wieder extrem introvertiert zeigt, sich Mühe gibt, in seiner eigenen Gedankenwelt zu verschwinden. Die Bilder und Stimmungen sind dunkel und abgründig wie eh und je, das tiefe Gedröhne der WIPERschen Gitarrenwände begleitet einen auf dem Weg in die Abgründe von Songs wie 'Psychic Vampire' oder 'Insane', nur zweimal drosselt er das Tempo, ansonsten gibt's Punkrock pur. Daß der Herr SAGE dabei auf so was wie Veränderung einen Scheiß gibt, muß bei ihm nur positiv vermerkt werden. So ist diese Platte von einer Zeitlosigkeit, die eigentlich keines weiteren Kommentars bedarf als: unverändert wichtig.
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