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»Long Fin Killie«
[24.02.96 ; Enger, Forum]
Text: Autor unbekannt
\"This was a gospel according to KILLIE\", so der Sänger der holländischen Vorband DONKEY nach seinem Einsatz als Mark E. Smith-Ersatz bei \"Heads Of Dead Surfers\". Wer hätte geglaubt, daß das funktionieren könnte? Erfreulicherweise versuchte sich der von Luke Sutherland auf die Bühne Geholte erst gar nicht an einer Imitation des Originals, sondern wußte durch seine eigene Freestyle-Brüllerei zu überzeugen. Großartiges Zeug, das hier vor allem Erwähnung findet, um die freundschaftlich-relaxte Atmosphäre im zum Glück nicht allzu überfüllten Forum anzudeuten.
Wer wie ich nicht das Glück gehabt hatte, die neuen schottischen \"Too Pure\"-Hoffnungsträger bei der letzten PopKomm live zu erleben, war wirklich überrascht darüber, wie gut sich die doch recht ornamentalen Rhythmen und die Komplexität der Songs von \"Houdini\" auf einer Bühne machten.
Notorische Nörgler, die im Vorfeld doch glatt behaupteten, die Songs von LONG FIN KILLIE würden nie richtig \"losgehen\", kriegten ihr Fett in Form von massiven Gitarrenschlärm schon recht schnell weg. Wenn man \"experimentell\" mit \"Kopfmusik\" gleichsetzt, muß man LONG FIN KILLIE dieses Attribut fairerweise auf der Stelle aberkennen, denn selten habe ich eine so eindringliche und direkte Durch-Den-Bauch-Show erlebt wie diese. Seine unvermeidliche Star-Aura konnte Luke Sutherland durch seine unprätentiöse Haltung und eine erfrischende Verständigung mit dem Publikum ausreichend abschwächen, und so schwammen die Fronten zwischen Zuschauern und Musikern mehr als bei ähnlichen Anlässen. Trotzdem blieb Sutherland immer Mittelpunkt der nach allen Seiten hin offenen Performance, war abwechselnd von der Musik völlig absorbiert, zeigte dann wieder durch fußnotenhafte Grimassen seine Anwesenheit. LONG FIN KILLIE wirkten überraschend kontrolliert und unverbraucht, ließen die Spannung das ganze Set über nicht abreißen und brachten es fertig, ihr Publikum selbst während der absolut stillen Phasen der Songs schweigend und gebannt auf die Bühne blicken zu lassen. Das sind Maßstäbe, an denen ich Konzerte in den nächsten Jahre messen werde, soviel steht jedenfalls fest.
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