BEWERTEN
 

Farmer Boys

»Countrified«

[Absorbing / BMG / VÖ: 27.11.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Die fünf Jungs aus dem nicht nur in Düngezeiten tatsächlich, hm, ländlich riechenden Malmsheim haben nach dem so manchem von uns gut in Erinnerung gebliebenen Auftritt während der PopKomm '94 nun ihr langangekündigtes Debüt auf den Markt geworfen. Wer die Entwicklung der Ereignisse um die Band verfolgt hat, wird sich kaum wundern ob des Ergebnisses und der Produktion, die selbst in wirklich fruchtbarer Umgebung keinen Grashalm mehr wachsen lassen würde. Streckenweise erschreckend, wie die sich als Gärtner verdingenden Siggi Bemm und Waldemar Sorychta (TIAMAT) die Songs verunstaltet, die vorhandenen Kanten einfach abgesäbelt haben. Sehr viel an Dynamik und etwaiger Rhythmuslastigkeit ist dabei abhanden gekommen und tiefer gelegte Saiteninstrumente, wie das heutzutage üblich ist, ermöglichen zwar einen schnellen Überland-Transport, viel mitbekommen tut man dabei allerdings nicht.

Die Keyboardteppiche tun ein übrigens und tonnenweise Pathos erfreuen den jugendlichen Bravo-Leser ebenso wie den VIVA-Metalla-Clan, bei denen sie bald ihre Duftnoten im Wohnzimmer hinterlassen dürften. Dafür sorgt wiederum der sehr phette Gesang. Besonders gegen Ende des Albums kann man schon das Riechorgan rümpfen, erst durchgehende drums in der einstmals rhythmisch auflockernden bridge bei 'Call Me A Hog', das die cleanen Gitarren übedeckende Keyboard und dann der komische Duettgesang (auch das macht man heutzutage gerne) mit dieser OFRA HAZA-... (Tier nach Wahl einsetzen) beim obligaten DEPECHE MODE-Cover 'Never Let Me Down Again'. Da bleibt auch das wirklich witzige Intro zum Titelsong ein wenig rettendes Eau de toilette. Latzhosen runter!



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