BEWERTEN
 

DUB-BELLE BASS

»The Dub Joint«

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Text: Autor unbekannt

Na, elendes Kifferpack. Guten Rutsch gehabt? Wahrscheinlich Silvester wieder Hunderte von Marken verballert, statt davon Dope zu kaufen und an unsere Brüder in Äthiopien zu schicken. Und jetzt kaum noch schlafen können, weil das schlechte Gewissen den ganzen Spaß an 'ner guten Tüte verdirbt, was? Kein Problem, das. Besorgt Euch 'Light Up Your Spliff' von THE BUSH CHEMISTS (Dubwise / Indigo) und Ihr kommt von ganz alleine wieder runter. Da bleibt Ihr dann allerdings auch. Ein Album, um sich dazu langsam - eine Wange auf den Kacheln und die Hände auf dem Rücken - über den Fußboden zu schieben. Ihr wißt schon: das Gesicht kühlen, die Bässe fühlen, die Augen nach innen drehen und aufpassen, daß keiner ins Zimmer kommt.

Wenn man sich dann, etwa bei Track Nr. 7, unter irgendeinem Möbel verkantet hat, einfach ein Tütchen anzünden, liegen bleiben und genießen. Sollte sich Euer momentaner Lebensabschnittsbegleiter oder irgendein Kumpel im Zimmer befinden, der nicht ebenfalls unter dem Bett oder der Kommode klemmt, bietet sich an, ihn bei Gelegenheit zu bitten, das BUSH CHEMISTS-Album - sollte es abgelaufen sein - gegen ALPHA & OMEGAs 'Soundsystem Dub' (Roir / Semaphor) auszutauschen, ... und Ihr könnt den Rest des Tages bleiben, wo Ihr seid, gelegentlich den Hintern heben, um Euch vom live eingespielten Tieftöner kräftig hineinkicken zu lassen oder einfach nur die Hüfte im Rhythmus zu wiegen und die eine oder andere übersteuerte Melodica- oder digitale Flötenmelodie mitzusummen. 'Soundsystem Dub' ist eine speziell für den amerikanischen Markt zusammengestellte Compilation neu abgemischter Stücke der Alben 'Watch And Pray', Everyday Life', 'Overstanding', 'Almighty Jah', 'King & Queen' und 'Safe In The Ark' plus die 12'-Version von 'Ancient African Dub' und einem bisher unveröffentlichten Song ('Africa/Ethiopia'), die einmal mehr beweist, daß ALPHA & OMEGAs samtweichen, tief spirituellen Steppers auch nach mittlerweile sieben LPs nichts von ihrer meditativen Kraft verloren haben. Ebenfalls auf 'Roir' erscheint eine Zusammenstellung verschiedener von KING TUBBY und seinem damaligen Assistenten (MAD) PROFESSOR zwischen '74 und '79 für Glen Darbys 'Yah Congo'-Produktionen gemixter, von Darby arrangierter und den GLADIATORS eingespielter Titel. Acht der zehn Tracks von 'Yah Congo Meets King Tubby & Professor At The Dub Table' (Roir/Semaphor) hat TUBBY persönlich gemischt, die restlichen vier gehen allein auf des PROFESSORs Konto, der die Bässe wesentlich tiefer fährt, die Spuren allerdings um einiges geschlossener hält und sich im Einsatz der Effekte viel zurückhaltender, allerdings auch lange nicht so diszipliniert und erfinderisch zeigt wie KING TUBBY. Eine CD, die voller absolut unerwarteter Wendungen steckt und wahrscheinlich allein des Schlusses von 'Knowbody Knows My Troubles' wegen den Kauf wert ist, allerdings - vor allem, was die Tracks des PROFESSORS betrifft - phasenweise einen so üblen Sound hat, daß man abschalten möchte. Ihrem Ruf, musikalisch so ziemlich der durchgepfiffenste Act im 'On-U Sound'-Imperium zu sein, machen AUDIO ACTIVE auch auf 'The Way Out Is The Way In' (All Saints / RTD) - einer Kollaboration mit dem aus dem ENO-Umfeld stammenden Soundwizard, Poeten und Performer LARAAJI - wieder alle Ehre. Really trippy! Ein Album, das weit in den Ambient-Bereich, in psychedelische Sphären, gelegentlich sogar in Krautrockgefilde abdriftet und - verkeilt in irgendwelchen innenarchitektonischen Fallen gehört - garantiert lebensgefährlich wirken kann. Nichtsdestotrotz ist es genauso wunderwunderwunderschön wie hirnverbrannt, ... wollt' ich nur noch mal gesagt haben.



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aus Intro #31 (Februar 1996)
 
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