BEWERTEN
 

JALAL

»On The One«

[EFA / VÖ: 28.02.1997 ]

Text: Autor unbekannt

JALAL war Mitglied der LAST POETS, und wenn man deren intensives, aggressiv-atmosphärisches Schaffen kennt, sind die Erwartungen hoch. (Selbst im Klasse!-Film 'Performance' wird die Szene, in der Mick Jagger vor seinem Synthesizergebirge post, mit einem LAST POETS-Stück untermalt. Super!) Auf der Scheibe nun wirkt JAMALs Sohn mit, produziert haben aparterweise Adrian Sherwood und Skip Mc Donald (SUGARHILL GANG, TACKHEAD, LITTLE AXE) - die Beteiligten schlagen Brücken zwischen den Generationen, viel Geschichte schwingt mit. Für uns von religiösen Bindungen Freie gibt es dabei etwas viel AllahBlaBla, so war der ganz herzhafte Genuß, trotz Charisma und Eindringlichkeit, wegen heftiger mysogyner Ausfälle schon bei den LAST POETS (leider) ausgeschlossen.

Bei JALAL & Sohn möchte man/frau vielleicht lieber auch nicht so genau wissen, was dahintersteckt. Die meisten Stücke haben aber eine schöne, ruhige Atmosphäre - nur gelegentlich in Seifenwasser-Schlapp-Funk abdriftend, oder in Hard-New-Age-Töne - und sind schön zu hören. Den Deutsch-Dumm-Reim-MCs wär so eine Sache als Anschauungsunterricht mal sehr zu empfehlen, text- bzw. sprachorientierte (Rap-)Musik, die nicht durch das Reim-dich-oder-ich-freß-dich lebt, sondern durch den Fluß und die Melodie der Worte. Die Platte besticht durch sympathischen Ernst, und blendet man die ideologischen Hintergründe aus, dann ist sie schön.



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