BEWERTEN
 

Dubnarcotic Soundsystem

»Industrial Breakdown E.P.«

[K / Soul Static]

Text: Autor unbekannt

Diese CD könnte ein musikgewordener Jacques Tati-Film sein. Technik zwar nutzend, allerdings eher als Mittel zur Abstraktion, sie zum Symbol ihrer selbst reduzierend, denn aus ihrem Spektrum für tonale Großtaten zu schöpfen, baut DUCCA ein Panoptikum kryptischer Miniaturen auf. Als hätte ERIC SATIE, in Erahnung einer Verneschen Zukunft, Preludes für eine Gruppe von - durch 'Jugend forscht'-Tüftler entwickelte - Haushaltsroboter geschrieben. Werken und Basteln auf dem Niveau eines ausgebildeten Architekten und geborenen Österreichers. Musik, von solchen Quellen gespeist, ist zum Avantgardismus verdammt. Was uns im Falle DUCCA mit Dankbarkeit erfüllen sollte, denn 'Easy Listening 4' hat nichts zu tun mit den - momentan unter diesem Etikett so beliebten - Sounds zwischen Standardtanz und Sparmarkt.

DUCCA greift zwar Elemente der Muzak auf, ja scheint oberflächlich betrachtet sogar ihr Erscheinungsbild zu verwenden, steht aber deutlich in der Tradition von abstrahierenden Soundtüftlern wie Peter Thomas, dem Schöpfer der beklemmend befremdenden Edgar Wallace- und Raumpatrouille Orion-Soundtracks, oder den Pionieren früher HiFi-Experimentalplatten. 'Easy Listening 4' ist, wie auch die jetzt bei 'Normal' als Box erschienenen Vorgänger-Alben, eine intelligente und witzige Schatztruhe, hinter deren billiger Fassade sich eine ganze Reihe kleiner Wunder verbergen.



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aus Intro #31 (Februar 1996)
 
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