BEWERTEN
 

The Brotherhood

»Elementalz«

[Bite it / Virgin / VÖ: 07.02.1996 ]

Text: Autor unbekannt

Mit in England produziertem HipHop ist das ja so eine Sache. Insofern versuchten viele, sich an amerikanischen Standards zu orientieren, galten doch die eigenen Propheten häufig herzlich wenig im eigenen Land. Ob und daß sich Gruppen wie KATCH 22 oder BLACK PROPHETS (vom „Kold Sweat'-Label) in Sprache/Text um einiges von amerikanischen Formationen unterschieden, blieb zumeist unberücksichtigt. Ein Schicksal, das BROTHERHOOD tendenziell teilen könnten, denn musikalisch würden sie doch durchaus eine Schnittmenge aus BLACK MOON (höre 'Incredible'), FINSTA & BUNDY, FUNKDOOBIES und CYPRESS HILL bilden. Der in diesem Sinne oftmals schnell erhobene Duplikats-Vorwurf ist aber falsch, denn die erarbeitete musikalische Ebene funktioniert vortrefflich mit ihrer über die Jahre (BROTHERHOOD existieren seit 1990 und haben immerhin schon 4 EPs/Maxis veröffentlicht) entwickelten textlichen und sprachlichen Ebene.

Nicht umsonst widmen sie dem 'British Accent' ausdrücklich ein Stück, gebrauchen Metaphern wie Dr. Watson und Sherlock Holmes, London Dungeon Town oder verarbeiten die SEX PISTOLS-Images in 'Punk Funk'. Interessant ist, daß sich BROTHERHOOD dabei im Einklang mit einer neueren Generation von britischen Gruppen wie KALIPHZ und GUTTERSNYPES befinden, die über gleichzeitig erarbeitete Ansätze ein eigenes Profil entwickelt haben. Ihnen gemein ist eine Vorliebe für psychedelich geschwängerten, dichten HipHop, der auf der einen Seite in dunklere Gefilde abzugleiten vermag, was mit der Reflexion gesellschaftlicher und persönlicher Verhältnisse und auch mit dem eingangs erwähnten Randdasein britischer Gruppen innerhalb der Wahrnehmung von HipHop zu tun haben dürfte. Andererseits brechen sie die dunklen Schwaden aber auch zusehends auf, so daß einige sehr entspannte, dezent funkige bis stampfige Stücke problemlos einhergehen. Sicherlich ein Ausdruck gewonnenen Selbstvertrauens durch das Bewußtsein der Fähigkeit, eigene Befindlichkeiten innerhalb des selbstgewählten Rahmens, HipHop, auszudrücken; Mentalitäten sozusagen.



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