BEWERTEN
 

O.S.T.

»Half-Cocked«

[Matador / RTD]

Text: Autor unbekannt

Na bitte. 'Mitte Zwanzig und am Ende in Louisville' statt 'jung und wild in Seattle'. Die Tatsache, daß hier mit HALF-COCKED so eine Art Understatement-Pendant zum hippen '92er Grunge-Streifen (..?!) 'Singles' an den Start geht, entpuppt sich als Schenkelklopfer der Saison. Die Ankündigung im Booklet, daß wir es hier mit einem improvisierten 'part documentary, part experimental'-Film zu tun haben, welcher sich bemüht, ein möglichst authentisches Bild des amtierenden Midwest-Gitarren-Undergrounds zu skizzieren, weckt die Befürchtung, das Teil hierzulande möglicherweise nie zu Gesicht zu bekommen, auch wenn das Ganze, wie ich zugeben muß, hochinteressant klingt.

Angesichts dieser doch etwas ernüchternden Prognose wird man zunächst wohl oder übel mit vorliegendem Soundtrack vorliebnehmen müssen, womit man jedoch nicht viel falsch machen kann. So enthält der Silberling ein recht abwechslungsreiches Kaleidoskop von 20 Low-fi-Post-Punk-Neo-Folk-Tunes unterschiedlichster Güte von fast ebenso vielen Bands und Part-time-Projekten, von denen einige dann auch den einen oder anderen Auftritt im Film absolvieren. Highlights: das treibende, luftige 'Can I Ride' von POLVO, das energische 'B-9' von VERSUS sowie eine schaurig-schöne Unplugged-Version von FREAKWATERs 'Drunk Friend'. Übrigens, die Vermutung, Palastbruder und Louisville-Ikone Will 'Push' Oldham könne als Matt Dillon-Lookalike durch die Szenerie huschen, wird sich aller Voraussicht nach nicht bestätigen.



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