BEWERTEN
 

GROUP HOME

»Living Proof«

[Payday / Import / VÖ: 02.04.1996 ]

Text: Autor unbekannt

Die Vorgeschichte: eines Nachmittags im Jahre 1989 klopft es bei K. Elam und C. Martin, 183 Andrew Street, Bronx, New York an der Tür; vor ihnen steht ein zwölfjähriger Junge namens Mel. K. Elam und C. Martin haben gerade ihre Platte 'Manifest' veröffentlicht. Besonders Keith findet Gefallen an Mel, den er fortan liebevoll seinen kleinen Bruder nennt. Dieser wird zum ständigen Begleiter der beiden, tritt im Video 'Step In The Arena' auf und ist mit einem anderen Jungen namens Li'Dap aus Brooklyn erstmals in 'Speak Your Clout' auf 'Hard To Earn' zu hören. Mel und Dap gehen als Vorgruppe mit Keith und Christopher auf Tour, als GROUP HOME veröffentlichen sie ihre erste Single 'So Called Friends' auf K.

Elams 'Ill Kid'-Label. Vor gut einem Jahr erschien dann ihre erste Single, 'Supa Star', auf 'Payday', wurde ein massiver Erfolg und befindet sich damit schon längst in der PREMIER-League des amerikanischen HipHops. Wie nicht anders zu erwarten ist auch ihr vorliegendes Album eine Offenbarung der besonderen Chemie zwischen allen Beteiligten; PREMIER versteht es wieder vortrefflich, seinen Sound den Charakteren von Mel und Dap anzugleichen. Und es liegt etwas in der Luft, eine Stimmung von Aufbruch und neuem Selbstbewußtsein, die derzeit gerade bei vielen jungen Gruppen wie MOBB DEEP spürbar ist. Als geschichtlicher Vergleich bietet es sich geradezu an, 30 Jahre zurückzugehen, als Newton und Seale, ebenso jung wie die genannten Gruppen, sich zu organisieren begannen und die Black Panther Party aufbauten. GROUP HOME benutzen im Stück 'Up Against The Wall' sogar die Wendung 'I´ll be a Black Panther all in your dreams', haben mit im HipHop gängigen kulturnationalistischen Bestrebungen à la N.O.I., Farakhan, aber herzlich wenig am Hut. Vielmehr bedienen sie sich direkt der Black Panther-Rhetorik, besetzen deren Agitationsfelder wie Polizeibrutalität (besonders in der ersten Phase der Black Panther Party) und das Problem der Gefangenen (besonders in der zweiten Black Panther-Phase, in der viele Mitglieder im Knast saßen) und fordern eine Perspektive nach und in Frieden ein. Selbst der auf dem Cover abgebildete tabellarische Bogen sieht nach einem Polizei/FBI-Blankobogen aus. Wirklich spannend. Ansonsten geht's natürlich um HipHop im Reinformat mit Gastauftritten von GURU und BIG SHUG ('Serious Rap Shit') sowie eines weiteren sehr interessanten jungen Rappers namens Smiley the Ghetto Child ('The Realness'), große Platte.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
GROUP HOME
Alle Artikel von Autor unbekannt
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 
 
Anzeige
 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.