BEWERTEN
 

Revolution 9

»You Might As Well Live«

[Habana / Warner / VÖ: 01.01.1994 ]

Text: Autor unbekannt

Es soll ja tatsächlich Menschen geben, die durchaus gewillt wären, sich näher mit dem Phänomen TINDERSTICKS zu befassen bzw. anzufreunden, gäbe es da nicht diesen chronisch schicksalsgebeutelten jungen Mann am Mikro, dessen nasal schluchzende Monologe schon so manchen Hörversuch zu einer mittelschweren Belastungsprobe werden ließen. Da kommen REVOLUTION 9 mit ihrem ebenfalls stark LEONARD COHEN-geprägten Verständnis von Schwermut gerade richtig und geben sich sogar noch reduzierter, spartanischer als ein Großteil ihrer melancholischen Seelenverwandten. Entsprechend karg, aber nicht minder stimmungsvoll und atmosphärisch gestaltet sich die rund einstündige Reise durch die winterlich-trüben Klangimpressionen dieser stillen Revolution, gegen die eine Band wie z.

B. San Franciscos RED HOUSE PAINTERS schon fast orchestrale Ausmaße erreicht. 'You Might As Well Live' ist geprägt von einer allgegenwärtigen, vertrauten Zerbrechlichkeit, in der wir uns alle von Zeit zu Zeit wiedererkennen können und der man meist schutzlos ausgeliefert ist. Eine Platte, wie es sie eigentlich viel zu selten gibt.



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