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»A Means To An End - The Music Of Joy Division«

[Virgin]

Text: Autor unbekannt

'JOY DIVISON brought me close to death, and saved my life at the same time', sagte Dave Navarro (Ex-JANES ADDICTION, jetzt RED HOT CHILI PEPPERS) die wohl treffendsten Worte über die vielleicht wichtigste Band aus Manchester. Nicht nur über den Stellenwert und die Geschichte, sondern auch über die Einzigartigkeit (sprich Unkopierbarkeit) der JOY DIVISION dürfte längst alles gesagt sein. Bis zum heutigen Tag gibt es immer wieder Bands, die den eigenartigen Flair der J.D.-Klassiker zum Anlaß nehmen, sich an einer 'Eigen-Interpretation' zu versuchen. Allzuoft erstickt dieses Vorhaben allerdings schon im Keim, spätestens jedoch beim Vergleich mit der Intensität des Originals.

Auf der vorliegenden Compilation sind es allerdings nicht irgendwelche blutleeren Wave-Epigonen, sondern 14 frische Bands diversester Couleur, die jeweils einen Song der Band covern, die sie auf unterschiedlichste Weise in ihrem Schaffen beeinflußt hat. So startet die CD mit den erstklassigen GIRLS AGAINST BOYS, die mich mit ihrer Auffassung, wie 'She's Lost Control' klingen sollte (nämlich spröde, aber druckvoll und mit Hitpotential ausgestattet), am meisten überzeugen konnten. Das wohl am häufigsten kopierte und beim weiblichen Geschlecht beliebteste 'Love Will Tear Us Appart' hingegen wird mit STANTON-MIRANDA (mit Ira Kaplan an der Gitarre) zu einem Girly-Pop-Song, 'Isolation' beinhaltet in der Version von STARCHILDREN den ebenso spröden wie grazilen Charme einer alten EURYTHMICS-Nummer und KENDRA SMITH verschafft 'Heart And Soul' mit gehörigem Selbstbewußtsein zu einer Art GRACE JONES-Ästhetik. Unverkrampft punky ballern DESERT STORM ('Warsaw'), FACE TO FACE ('Interzone') und GODHEAD SILO ('They Walked In Line') ihre Assoziationen heraus, wie Rohdiamanten erscheinen dagegen die faszinierend anderen Ergebnisse vom singenden (!) MOBY ('New Dawn Fades') und TORTOISE ('As You Said'). Wie bei (fast) allen Coverversionen, so bestätigt sich auch hier die Erfahrung, daß immer dann, wenn versucht wird, möglichst authentisch zur Aura des Originals zu gelangen, das Vorhaben quasi zum Scheitern verurteilt ist. Während es CODEINE (natürlich mit 'Atmosphere') ausnahmsweise gelingt, scheitern LOW ('Transmission'), VERSUS ('Twenty Four Hours') und der CHILI PEPPERS-Ableger HONEYMOON STITCH ('Day Of The Lords') am zu hoch gesteckten oder einfach zu wenig motivierenden Ziel. Letztendlich bleibt die Frage nach der Beurteilung von 'Tribute'-Alben im generellen und der Qualität von Coverversionen im speziellen. Dient als Grundlage der Kritik das Original auf dem Silbertablett, oder kann die neue Version auch für sich allein stehend beurteilt werden? Von letzterem ausgehend gefällt 'A Means To An End' ob der vorherrschenden Eigenart und Unterschiedlichkeit der 'interpretierenden' Bands. Von ersterem ausgehend erübrigt sich eine Kritik schon vom Ansatz her. Soll sich jeder seiner Sicht- und Hörweise bedienen!



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aus Intro #28 (Oktober 1995)
 
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